Erneuerbare Energien

Biogassektor stagniert


Die arbeitsrelevante Leistung steigt bei Biogas nur noch marginal.
Foto: jan_nijman/Pixabay
Die arbeitsrelevante Leistung steigt bei Biogas nur noch marginal.

Die Zahl der Biogasanlagen in Deutschland wächst kaum noch. Der Branchenverband fordert weitere Reformen im EEG.

Auf rund 9.500 schätzt der Fachverband Biogas (FvB) die Zahl der Biogasanalagen in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr könnten 163 Anlagen – oder gemessen am Bestand 1,7 Prozent – dazugekommen sein. Der Bauboom bei Biogas war bereits nach der Reform des  Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) von 2012  ausgebremst worden (siehe Grafik).

Quelle: FvB
Die für die tatsächliche Stromproduktion maßgebliche arbeitsrelevante Leistung der deutschen Biogasanlagen dürfte 2018 im Vergleich zum Vorjahr nur noch marginal um 0,5 Prozent gestiegen sein, analysiert der Verband. Denn die installierte Leistung wird nicht vollständig genutzt. Ein Grund ist, dass nach Beobachtung des FvB mehr Biogasanlagen mit flexibler Leistung an den Start gegangen sind. Das EEG sieht für solche Anlagen Prämien vor, wenn sie auch mal die Erzeugung drosseln. Das ist interessant, um Schwankungen im Angebot von Wind- und Sonnenstrom auszugleichen. Außerdem werden seit der EEG-Reform 2014 kleinere Gülleanlagen höher gefördert.

Verband fordert Nachbesserungen

Für die künftige Gestaltung des EEG wünscht sich der FvB-Hauptgeschäftsführer Dr. Claudius da Costa Gomez Nachbesserungen. Insbesondere müssten die Ausschreibungen, die seit 2017 für größere Anlagen verpflichtend sind, gezielter den Anlagentypen angepasst werden. Da Costa Gomez fordert etwa unterschiedliche Vergütungen für Abfallanlagen oder Anlagen mit nachwachsenden Rohstoffen. Außerdem hält er es für erforderlich, dass mehr Anlagen die Flexibilitätsprämie erhalten. Reformen mit Augenmaß fordert der Fachverband aber auch mit Blick auf Anlagen, die Gülle vergären und nicht unter das EEG-Ausschreibungsverfahren fallen. Sie müssten stärker gefördert werden. Ohne Anpassungen im EEG werde der Anlagenbestand durch fehlende Investitionsanreize und zeitgleich steigende technische Anforderungen sukzessive zurückgebaut, warnt der FvB-Hauptgeschäftsführer.

Um langfristig den Anteil Erneuerbarer Energien am Strommix in Deutschland zu erhöhen, müssten schon heute Rahmenbedingungen gesetzt werden, die das Zusammenspiel Erneuerbarer Energien wie Wind-, Solar- und Biogasstrom auf den Märkten fördern, so da Costa Gomez.

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