EU-Agrarkommissar

Tweet empört die Fleischbranche


Für Janusz Wojciechowski steht die intensive Schweinehaltung im Widerspruch zu den Zielen des "Green Deal".
Foto: Jan Van de Vel/EP
Für Janusz Wojciechowski steht die intensive Schweinehaltung im Widerspruch zu den Zielen des "Green Deal".

Mit einem Twitter-Beitrag zur Schweinehaltung in Europa provoziert EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski beim Verband der Fleischwirtschaft Widerspruch.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski hat auf  Twitter die intensive Schweinhaltung thematisiert. Der polnische Politiker verglich das Verhältnis von Tierzahl zur Ackerfläche in einigen EU-Mitgliedstaaten. Daten aus dem Jahr 2017 zeigten, dass in Frankreich 43 Schweine je 100 Hektar Ackerland gehalten werden. In Italien seien es 67, in Polen 79, in Deutschland 166, in Belgien 452, in Dänemark 473 und in den Niederlanden 690. „Im Rahmen des Green Deal muss das Problem der intensiven Schweinehaltung in einigen EU-Ländern angegangen werden, da die Landwirtschaft nachhaltig sein soll“, fügte Wojciechowski hinzu.

Der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) wertet den Beitrag als einen Aufruf, die intensive Schweinehaltung zu reduzieren. „Eine von Gefühlen getragene und mit untauglichen Kennzahlen begleitete Meinungsäußerung, die dazu noch einen tendenziösen Verweis auf eine vermeintliche Benachteiligung Ihres Heimatlandes enthält, ist unangemessen für den Chef des Agrarressorts der EU-Kommission, der dem Wohl der gesamten Landwirtschaft der EU verpflichtet sein muss“, schreibt der VDF-Vorsitzende Heiner Manten in einem Brief an den EU-Kommissar, der fleischwirtschaft.de vorliegt.


Allein an der Anzahl der gehaltenen Tiere pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche eines bestimmten Staates könne man nicht das Niveau der Nachhaltigkeit im jeweiligen Sektor ableiten. Es gebe große und kleine Staaten in der EU und Regionen innerhalb größerer Staaten mit intensiver Viehhaltung, die möglicherweise ähnliche Größenordnungen aufweisen wie das gesamte Staatsgebiet eines kleineren Staates. „Was nachhaltig ist und was nicht, bedarf einer gründlichen Analyse unter Einbeziehung zahlreicher Elemente“, stellt Manten fest.

Dieser Artikel erschien zuerst auf fleischwirtschaft.de.

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  1. H.P.J
    Erstellt 20. Februar 2020 14:36 | Permanent-Link

    Nun ist es richtig, dass die Schweinedichte je 100 ha kein Nachweis für oder gegen Nachhaltigkeit sein kann. Schließlich gibt es in Deutschland aber Regionen, die vom Tierbesatz gemessen in Großvieheinheiten je ha eine sehr hohe Dichte, andere Regionen geringere Dichten aufweisen. Wenn denn Nachhaltigkeit dafür steht, wieviel Tiere ich aus eigenen Bodenerzeugnissen (eigen erzeugtes Futter) erzeugen kann, und Mist/Gülle bedarsfgerecht über den Boden in den Nährstoffkreislauf zurückführe, dann sagen diese Zahlen doch etwas aus, wenn auch mit einer gewissen Vereinfachung.

  2. Uwe Kuhn
    Erstellt 20. Februar 2020 21:57 | Permanent-Link

    Der Mann hat Recht. Damit Nachhaltigkeit entstehen kann, muss der Subventionswahnsinn abgeschafft werden. Was entsteht dadurch ?? Bessere Qualtität, besserer Tierschutz, höhere Einkommen für die Erzeuger. Und das so gepriesene Tierwohl ?? Plötzlich ist es da. Lasst doch die Tiere auf die Weide.

  3. Martin Poschner
    Erstellt 21. Februar 2020 06:40 | Permanent-Link

    Der EU- Agrarkommissar hat völlig Recht. Eine sehr intensive Schweinehaltung, wie In Holland, bringt viel Gülle und damit besteht die Gefahr einer Überdüngung mit Nitrat. Aber auch eine intensive Milchviehhaltung mit intensiver Düngung von z.B. 450 kg N/ha bringt eine ähnliche Gefahr der Überdüngung

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