EU-Agrarministerrat

EU will Tiertransporte bei Hitze einschränken


Tiertransporte bei heißem Wetter - das will die EU verbieten. Landwirtschaftsministerin Klöckner will das nicht.
Bild: Pixabay / Mariofpacheco
Tiertransporte bei heißem Wetter - das will die EU verbieten. Landwirtschaftsministerin Klöckner will das nicht.

In den Sommermonaten werden Tiere über lange Strecken transportiert, obwohl sie darunter leiden. EU-Verbraucherkommissar Vytenis Andriukaitis appelliert an die EU-Mitgliedstaaten Langstreckentransporte für Lebendvieh bei über 30 Grad zu verbieten.

Im Juli und August 2018 gingen 533 LKW mit Lebendvieh aus 15 EU-Mitgliedstaaten in die Türkei. Hinzu kämen in diesen Sommermonaten Schiffstransporte nach Nordafrika, wobei die Häfen kaum geeignete Unterbringungsmöglichkeiten vor der Verladung hätten, berichtet Andriukaitis. Die EU-Kommission habe vergeblich versucht, Langstreckentransporte bei über 30 Grad zu stoppen. Rumänien wies im EU-Agrarrat als einziger EU-Mitgliedstaat das Anliegen des Kommissars zurück. Im Süden der EU sei es wärmer und die Tiere reagierten deshalb auf hohe Temperaturen nicht so empfindlich, erklärte der rumänische SAL-Sprecher Achim Irimescu.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner wolle einzelne Transporte aus Deutschland im besagten Zeitraum nicht ausschließen. Langfristig müsse die EU-Tiertransportrichtlinie überarbeitet werden mit dem Ziel, die Verbringung von Schlachtvieh über lange Strecken hinweg generell zu verhindern, führte Klöckner aus. Die Beneluxländer, Österreich, Schweden und Dänemark wollen ebenfalls die EU-Tiertransportrichtlinie verschärfen. Irland, ein großer Exporteur von Rindfleisch, weist Transporte mit Quälerei weit von sich. „Wir produzieren grasbasierte Qualitätsprodukte und dazu gehören hohe Standards beim Transport“, beteuerte der irische Minister Michael Creed.

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