EU-Agrarministerrat

Potential der Bioökonomie besser ausschöpfen


Die Landwirtschaft kann als Lieferant von agrarischen Rohstoffen zum Klimaschutz beitragen. Damit sich Investitionen in die Bioökonomie lohnen, muss es aber neue Anreize in der GAP-Reform für Landwirte geben. Darüber sind sich die EU-Agrarminister der EU-Mitgliedstaaten einig.

Es solle zusätzliche Maßnahmen geben, um das Potential der Bioökonomie auszuschöpfen, leitete EU-Ratspräsidentin Elisabeth Köstinger eine Tischrunde im Ministertreffen in Brüssel ein. Für EU-Agrarkommissar Phil Hogan ist die Bioökonomie eins der Ziele für die zukünftige GAP. Die EU-Mitgliedstaaten sollen nach der GAP-Reform die Erzeugung von Rohstoffen, von Energieträgern sowie die Kreislaufwirtschaft in ihre nationalen Strategiepläne einbauen. Vor allem die ländlichen Förderprogramme der 2. Säule der GAP eigneten sich, um Anreize für Investitionen in die Bioökonomie zu geben, führte Hogan aus. Zudem werde das EU Forschungsprogramm im Rahmen von „Horizon Europe“ zur Bioökonomie ausbauen.

Ungenutzte Potentiale für agrarische Nebenerzeugnisse und Abfälle strich der ungarische Landwirtschaftsminister Istvan Nagy heraus. Er schätzt allein das Potential von Ungarn auf jährlich 350 Mio. t. Nagy kritisierte, dass die Forschung der EU-Kommission zu sehr auf die westlichen EU-Mitgliedstaaten ausgerichtet sei und forderte eine Umorientierung ein. Der dänische Landwirtschaftsminister Jakob Ellemann-Jensen nannte die Erzeugung von konzentrierten Eiweißfuttermitteln aus Gras und Klee als neue Möglichkeit. Die Verarbeitungsanlagen sollten von Landwirten betrieben werden, um deren Wertschöpfung zu verbessern und um weite Transporte zu vermeiden.

Rumänien will die Bioökonomie auf die Tagesordnung seiner in Januar beginnenden EU-Ratspräsidentschaft setzen. Die EU-Agrarminister werden das Thema auf dem Rat im März erneut besprechen, berichtete der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea. Am 4. und 5. April gebe in Bukarest eine Konferenz zur Bioökonomie schließlich soll sie das Thema des Informellen EU-Agrarrats am 3. und 4. Juni in Bukarest werden, berichtete der rumänische Landwirtschaftsminister Petre Daea.

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