EU-Agrarministerrat

Zucker spaltet die EU-Mitgliedstaaten


Der EU-Zuckermarkt ist in der Krise. Die EU-Mitgliedstaaten sind weit von gemeinsamen Lösungen für die leidenden Rübenbauern entfernt. Sie streiten stattdessen über Zuckersubventionen und Neonicotiniode.

Die Rübenerzeuger brauchen an die Produktion gekoppelte Direktzahlungen. Ansonsten verschwinde die Zuckererzeugung im eigenen Land, argumentierten im EU-Agrarrat die Minister von Italien, Polen, Spanien, Tschechien, Rumänien und Slowenien. Dieser Auffassung stellten sich Deutschland, Dänemark und die Niederlande entgegen. Die Minister dieser EU-Mitgliedstaaten kritisierten gekoppelte Direktzahlungen, weil sie innerhalb der EU den Wettbewerb verzerrten und eine Anpassung an die Marktverhältnisse verzögerten. Auch Ausnahmen von Verbot für Neonicotiniode für die Rüben spalteten die Minister. Deutschland und die Niederlande betonten, es dürfe keine Ausnahmen vom Verbot für den Wirkstoff geben. Belgien und Frankreich sehen dagegen in begründeten Einzelfällen durchaus die Möglichkeit, Neonicotiniode für die Saatgutbeizung zuzulassen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sieht sich durch die Ergebnisse des Berichts der High-Level-Gruppe zum EU-Zuckermarkt in all ihren Punkten bestätigt, also in ihrer Kritik an gekoppelten Zahlungen und an Ausnahmen für Neonicotinoide. Allerdings benennt der Bericht lediglich die unterschiedlichen Positionen und schlägt sich bei den Kontroversen nicht auf eine Seite. Die zollfreie Zuckerquote über 180.000 t für die Mercosurländer kritisierten im Rat Belgien, Frankreich, Rumänien, Slowenien und Spanien. Frankreich will national alle Auswirkungen des Freihandelsabkommens mit den Südamerikanern für den europäischen Agrarsektor untersuchen.

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