EU-Aktionsplan

Nabu will Wiesenbrüter besser schützen


Der neue EU-Aktionsplan zum Schutz von Wiesenbrütern ist heute vom Michael-Otto-Institut im NABU in Brüssel vorgestellt worden. Zudem fordern die Umweltschützer einen Naturschutzfond in Milliardenhöhe.

Die EU-Mitgliedstaaten, insbesondere Bund und Länder in Deutschland, sind nun aufgefordert, die vorgeschlagenen Maßnahmen umzusetzen. Voraussetzung dafür sei aber vor allem eine entsprechende Neuausrichtung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), teilte der NABU heute mit. Ansonsten hätten Wiesenbrüter in Europa keine Zukunft.

Der Nabu berift sich auch aktuelle Analysen, die europaweit "dramatische Abnahmen der Brutbestände vieler einstmals häufig in Wiesen brütenden Watvögeln". „Erfolgreich brüten können die Vögel heutzutage fast nur noch in speziell für sie unterhaltenen Schutzgebieten. Doch für das Ziel, die Bestände europaweit zu erhalten, gibt es hiervon zu wenige. Auch fehlt das Geld, für ein wirkungsvolles Management“, sagt Dr. Hermann Hötker, Institutsleiter des Michael-Otto-Institut im NABU.

Die im neuen Aktionsplan behandelten Vogelarten sind traditionell auf eine landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft angewiesen, die ihnen in der Vergangenheit einen für sie produktiven Lebensraum boten. Und hier liegen die Lösungsansätze, die der Plan aufzeigt: In Schleswig-Holstein zum Beispiel werden in Grünlandregionen erfolgsorientierte Artenschutzmaßnahmen, gezielter Vertragsnaturschutz und Flächenerwerb als koordinierte Instrumente eingesetzt und verschaffen den Vögeln einen im Durchschnitt über die Jahre ausreichenden Bruterfolg.

Da die Vögel vor allem in landwirtschaftlich genutzten Lebensräumen vorkommen, hänge ihr Überleben von der aktuellen Landwirtschaftspolitik ab. Der NABU kritisiert vor diesem Hintergrund das aktuelle Fördersystem der GAP und die intensiver werdende Landwirtschaft. Zudem fehle es an attraktiven Anreizen für Naturschutzmaßnahmen von Landwirten. Diese könnten sehr effektiv sein – sie müssen sich aber auch wirtschaftlich lohnen, wie aktuelle Auswertungen im Rahmen des Aktionsplans gezeigt hätten. Der NABU fordert daher einen EU-Naturschutzfonds in der GAP in Höhe von 15 Mrd. € pro Jahr.

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