Bis zu 7 Prozent Biotreibstoffe werden bisher auf die EU-Klimavorgaben im Verkehrssektor angerechnet. Die EU-Mitgliedstaaten möchten diesen Anteil bis 2030 fortführen. Das Europaparlament (EP) ist dagegen.

Nach einer Durststrecke während der Beratungen im EP können die Hersteller von Biodiesel und Bioethanol erst einmal aufatmen. Der EU-Energierat hat seine Stellungnahme zur EU-Richtlinie für erneuerbare Energie abgestimmt. Sie unterstützt die heutigen Pflanzentreibstoffe. Die EU-Mitgliedstaaten erhöhen den geforderten Mindestanteil für erneuerbare Energie im Verkehrssektor von 10 Prozent bis 2020 auf 14 Prozent bis 2030.

Mehr Platz für Elektromobilität

Biodiesel und Bioethanol werden heute wie zukünftig bis zu einem Anteil von 7 Prozent im Verkehrssektor angerechnet. Allerdings wünschen sich die Energieminister, dass der Anteil von Biotreibstoffen der 2. Generation aus Abfällen und Algen wächst. Auch die Elektroantriebe sollen einen höheren Anteil bekommen. Der Energierat fordert für Biotreibstoffe der 2. Generation und Elektrofahrzeuge einen Mindestanteil von 1 Prozent bis 2025 und von 3 Prozent bis 2030. Strom aus erneuerbaren Quellen im Straßenverkehr soll fünffach angerechnet werden und erneuerbarer Strom auf der Schiene zweifach. Im Januar will das Europaparlament seine Position zur erneuerbaren Energie festlegen.

Der EP-Umweltausschuss gibt unterdessen Biodiesel und Bioethanol der 1. Generation aus Marktfrüchten keine Zukunft, weil sie mit Nahrungsmitteln um knappe Ackerflächen konkurrieren. Der EP-Umweltausschuss möchte die heutigen anrechenbaren 7 Prozent für konventionelle Biotreibstoffe bis 2030 auf null setzen. Die EU-Kommission schlägt 3,5 Prozent für Pflanzenkraftstoffe bis 2030 vor. Im Trilog zeichnen sich deshalb harte Auseinandersetzungen ab.

Landwirtschaftsverbände zeigen sich erleichtert

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt in einer Stellungnahme die Vorschläge des EU-Energieministerrates. Der Rat sorge „für dringend benötigte Verlässlichkeit für die gesamte Biokraftstoffwertschöpfungskette“, so DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken.

Auch die Union zur Förderung  von Öl- und Proteinpflanzen (Ufop) wertet es positiv, dass die Höchstgrenze von 7 Prozent für Biokraftstoffe der 1. Generation im EU-Verkehrssektor bis 2030 bestehen bleiben soll. „Korrekturbedarf“ sieht die Ufop allerdings bei der Zweifachanrechnung von Biosprit aus Reststoffen auf das Transportziel. Der Anrechnungsfaktor trage „wohl auch dem schlechten Wirkungsgrad bei der Biomasseverarbeitung Rechnung“, so der Verband.

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