EU-Ausfuhren

EU-Gerste im Export gefragt

Das Pariser Anaylstenhaus Strategie Grains hat im April eine Prognose für die Getreideexporte der EU 2018/19 abgegeben. Gut sieht es bei der Gerste aus.

Strategie Grains hat im April die Aussichten auf bessere Exportchancen im kommenden Wirtschaftsjahr 2018/19 für europäischen Weichweizen gedämpft. Französische Exporthoffnungen geraten besonders in die Schusslinie. Die Erwartungen für eine EU-Wiederbelebung 2018/19 werden unter den Ideen eines "harten Wettbewerbs" aus Russland ebenfalls beschnitten.

Die Anaylsten sehen nun Weizenexporte in der EU für das laufende Wirtschaftsjahr 2017/18 (Juli/Juni) bei 20,3 (Vorjahr: 24,2 Mio. t). Die Abwärtskorrektur kommt hauptsächlich durch den Einschnitt bei den französischen Exporten von 500.000 t Weizen in Drittländer auf nunmehr 8 Mio. t. Strategie Grains verweist auf eine geringere Nachfrage aus Marokko, ein bislang wichtiger Abnehmer von französischen Weizen.

Auch für Deutschland haben die Pariser Marktbeobachter ihre Schätzungen angepasst. Im Vermarktungsjahr 2017/18 könnten 2,9 Mio. t Weizen in Drittländer exportiert werden, das sind erneut 300.000 t Weizen weniger als noch im März geschätzt. Für Polen geht es um 100.000 t auf 900.000 t Weizen herunter.

Vor allem Frankreich als der größte Weizenexporteur in der EU hat gegenüber den günstigen Lieferungen aus Russland und der Ukraine im Drittlandexport eingebüßt. Dafür verkaufte Frankreich mehr Weizen für die Futtertröge in den EU-Ländern.

Strategie Grains hat in seiner April-Schätzung auch schon für 2018/19 die europäischen Weizenexporte um 500.000 t auf 24,1 Mio. t reduziert. Erneut glauben die Experten nicht daran, dass die EU-Länder im Wettbewerb mit den Angeboten aus Russland und der Ukraine immer mithalten können.  Frankreich kann sicih im kommenden Wirtschaftsjahr Exporte in Höhe von 9,2 Mio. t Weizen in Drittländer ausrechnen. Und auch Deutschland würde mit 4,4 Mio. t besser da stehen. Bessere Vermarktungschancen bescheinigt Strategie Grains zudem Polen Rumänien und Bulgairen.

Strategie Grains setzt seine Progrnose für die EU-Gerstenexporte in der laufenden Kampagne 2017/18 um 200.000 auf 6,75 Mio. t nach unten, was auf geringere Lieferungen von französischer und deutscher Gerste nach Libyen und in den Iran zurückgeführt wird. Allerdings dürfte der weltweite Gerstenhandel an Fahrt gewinnen. Die Pariser rechnen mit einer größeren Nachfrage aus China für die dortige Tierhaltung. Derzeit erhebt China einen Antidumpingzoll auf US-Sorghum und der schwelende Handelsstreit um Strafzölle auf US-Mais.

Bei der Gerste könnten sich laut Strategie Grain wieder Frankreich und Deutschland in der kommenden Saison Chancen ausrechnen. Für 2018/19 steigern die Analysten ihre Vorhersage für Lieferungen von europäischer Gerste in Drittländer um 200.000 t auf 8,6 Mio. t.

 

Trotz eines erwarteten Nachfragerückgangs aus dem Iran und Algerien seien die Einkäufe in China und Saudi-Arabien nach wie vor lebhaft und die Konkurrenz aus Australien und den Schwarzmeerländern aufgrund der dort prognostizierten geringeren Überschüsse zurückgegangen.

 

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