EU-Mercosur-Verhandlungen

Anlauf für einen Abschluss


Die Handelsgespräche der EU mit den Mercosurländern verdichten sich. Kommt man in der Landwirtschaft weiter, ist eine Einigung in der kommenden Woche nicht ausgeschlossen.

Zunächst treffen sich die Unterhändler der Südamerikaner mit der EU-Kommission in Brüssel, um vor allem über den Zugang zu den EU-Agrarmärkten zu sprechen. EU-Agrarkommissar Phil Hogan betonte im Vorfeld, die Erwartungen der Südamerikaner seien bisher unrealistisch. Im EU-Agrarrat in dieser Woche in Luxemburg warnten Frankreich, Belgien, die Niederlande, Polen und Ungarn vor weiteren Zugeständnissen im Agrarsektor.

Da die Mercosurländer ihre Märke für Autoteile und andere Industriegüter öffnen wollen, gerät der EU-Agrarsektor erheblich unter Druck. Dass die EU-Kommission über die angebotenen 99.000 t Rindfleisch als zollfreies Einfuhrkontingent hinausgehen wird, gilt eher als unwahrscheinlich. Dafür sind weitere Zugeständnisse bei Importen von Zucker und Ethanol aus Brasilien möglich. „Am Ende können wir nur mit einem Ergebnis etwas anfangen, das auch die EU-Mitgliedstaaten mittragen“, trat Hogan Bedenken aus dem europäischen Agrarsektor entgegen. Sollten die Verhandlungen auf technischere Ebene erfolgreich sein, könnte es schon in der kommenden Woche zu einer Ministerkonferenz ihm Rahmen der Mercosurverhandlungen kommen mit dem Ziel, die jahrlangen Gespräche zu beenden. Jedenfalls eröffnen die Präsidentschaftswahlen in Argentinien im Oktober und der Wechsel der EU-Kommission im November mal wieder ein Zeitfenster, um Anlauf für einen Abschluss zu nehmen.

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