EU-Ökoverordnung

Bio verlässt die Nische


Nach vierjährigen Verhandlungen verabschiedet das Europaparlament die Reform der EU-Ökoverordnung. Zukünftig gibt es strengere Anforderungen an importierte Ökoerzeugnisse. Die neue Verordnung tritt 2021 in Kraft.

"Wir haben keine Revolution gemacht, sondern die bestehende Gesetzgebung weiterentwickelt“, betonte Berichterstatter Martin Häusling von den Grünen in Straßburg. Er sieht vor allem Vorschriften für das Biosaatgut und die strengeren Anforderungen an Importe als Verbesserung an. Mit großer Mehrheit stimmten 466 Abgeordnete für die Reform, 124 dagegen und 50 enthielten sich der Stimme. Mit der neuen EU-Ökoverordnung müssen alle Lieferanten aus Drittländern die Auflagen der EU einhalten. Damit entfallen 64 verschiedene bisher mögliche Standards bei den Importen. Zukünftig müssen alle EU-Mitgliedstaaten eine Datenbank über die Verfügbarkeit von Ökosaatgut aufbauen, mit dem Ziel, dass der Sektor ab 2021 ausschließlich biologisch erzeugtes Saatgut verwendet.

Außerdem soll es Ausnahmen von der EU-Saatgutverordnung geben, was die Heterogenität von Ökosorten angeht. Es soll bei intensiven, jährlichen Kontrolle der EU-Ökobetriebe bleiben. Lediglich wenn nichts vorfällt, sollen die Kontrollen nur noch alle 2 Jahre staatfinden. Nach Ansicht von EU-Agrarkommissar Phil Hogan ist die neue EU-Ökoverordnung eine gute Grundlage für weiteres Wachstum in der Biolandwirtschaft, zumal über die Importregeln das Vertrauen des Verbrauchers gestärkt wurde. „Die Biolandwirtschaft hat ihre Nische verlassen“, kommentierte Hogan während der Debatte.

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