EU-Ökoverordnung

Bio-Reform unter Dach und Fach

Die EU-Mitgliedstaaten stimmen im Sonderausschuss Landwirtschaft für die Reform der EU-Ökoverordnung. Die Neuerungen sollen 2021 in Kraft treten und werden aus Teilen der Branche kritisiert.

Drei Jahre haben sich die Verhandlungen um die EU-Ökoverordnung hingezogen. Selbst nach der Einigung im Trilog im Frühjahr endeten die Auseinandersetzungen nicht. Doch heute stimmten die EU-Mitgliedstaaten mit qualifizierter Mehrheit für die Reform der Verordnung. Nur Deutschland, Belgien und Ungarn enthielten sich der Stimme. Österreich, Tschechien, die Slowakische Republik, Finnland, Zypern und Litauen votierten dagegen. EU-Agrarkommissar Phil Hogan lobte die Reform. Er hob vor allem die verbesserten Regeln für die Einfuhr von Bioerzeugnissen hervor, die für Vertrauen der Verbraucher auf dem wachsenden Ökomarkt sorgten.

Von einzelnen Bioverbänden wurde die vereinzelte Lockerung des heutigen Kontrollregimes für heimische Erzeuger kritisiert. Zudem werden Biobauern stärker in die Verantwortung genommen, zum Beispiel was den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln aus Nachbarbetrieben angeht. Das wird in der Ökobranche als unfair angesehen. Schließlich vermissen einige Kritiker auch Obergrenzen für die biologische Hühnerhaltung und sehen der "Massentierhaltung" im Bio-Sektor Tür und Tor geöffnet. „EU-Rat und -Parlament haben es in über dreieinhalb Jahren Verhandlung nicht geschafft, ein besseres Bio-Recht als das bestehende zu erarbeiten. Wir stehen dem neuen Bio-Recht äußerst kritisch gegenüber“, kritisiert der Präsident von Bioland, Jan Plagge

Jetzt muss noch das Europaparlament grünes Licht geben.  Die Abstimmung im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments findet am Mittwoch statt.
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