EU-Outlook-Konferenz

Gute Aussichten für Molkereierzeugnisse


Foto: Pixabay

Die EU-Kommission gibt eine mittelfristige Prognose für die EU-Agrarmärkte ab. So soll die Nachfrage nach Fleisch und Zucker bis 2030 zurückgehen. 

Die Nachfrage nach Zucker vermindert sich bis 2030 um 5 Prozent, hält die EU-Kommission in ihrer Markteinschätzung aus Anlass der Outlook-Konferenz in Brüssel fest. Gesundheitsinitiativen und verändere Verbrauchervorlieben sollen die Nachfrage nach Zucker einschränken. Die Zuckererzeugung schätzt die EU-Kommission auf etwas über 19 Mio. t in der EU im Jahr 2030. Dennoch wird die EU ein Nettoexporteur von Zucker auf dem Weltmarkt bleiben, der weiterhin von Brasilien dominiert wird.

Getreidepreis bei 170 €/t

Die Getreideernte des Jahres 2030 schätzt die EU-Kommission auf 325 Mio. t mit einem Preis von 170 €/t, der ebenfalls im kommenden Jahrzehnt weitgehend konstant bleiben soll. Kleinere Wachstumsfaktoren sind auf dem EU-Getreidemarkt lediglich ein Mehrbedarf an Mais für Futtermittel und von Getreide als industriellem Rohstoff. Stagnation präge auch die Erzeugung von Raps in der EU, heißt es im Bericht. Dafür werde die Nachfrage nach Soja vom heute niedrigen Niveau aus deutlich ansteigen. Für Futtermittel und für den menschlichen Verzehr wird mehr Soja aus der EU gebraucht. Hinzu kommen ein positives politisches Umfeld und züchterische Fortschritte für den Anbau von Soja in der EU.

17 Prozent Leistungssteigerung bei Kühen

Die Milcherzeugung in der EU wird jährlich um 0,8 Prozent ansteigen und im Jahr 2030 zu einer Ablieferung von 182 Mio. t führen. Leistungssteigerungen von 17 Prozent pro Kuh sind in den nächsten 10 Jahren drin. Eine günstige Exportnachfrage und ein leicht steigender Bedarf auf dem EU-Binnenmarkt werden die Mehrerzeugung an Milch in der EU aufnehmen.
Schlechter sind die Aussichten für Rindfleisch und Schweinefleisch. Starke Konkurrenz auf dem Weltmarkt und eine sinkende Nachfrage in der EU werden die Absatzmöglichkeiten der europäischen Rindfleischerzeuger einschränken. Die sinkende Nachfrage nach Schweinefleisch in der EU kann dagegen besser durch zunehmende Ausfuhren vor allem nach China abgefangen werden. Nach Schätzung der EU-Kommission werden sich die landwirtschaftlichen Einkommen pro Arbeitskraft stabilisieren. Allerdings wird ein verbesserter Umsatz durch höhere Betriebskosten zum Teil wieder neutralisiert.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats