EU-Parlament

Erneute Niederlage für Biokraftstoffe


Eine hohe Quote für Biokraftstoffe aus Abfällen fordert der EP-Industrieausschuss für die Zeit nach 2020. Damit bleibt wenig Platz für Biodiesel und Bioethanol in der Klimapolitik.

Bereits der EP-Umweltausschuss will den Anteil von heutigen Biotreibstoffen aus Ackerpflanzen, der für die Klimaziele der EU angerechnet wird, bis 2030 stufenweise auf Null setzen. Jetzt hat der Industrieausschuss des Europaparlaments über die Richtlinie für erneuerbare Energie abgestimmt, mit ähnlich unbefriedigendem Ergebnis für die Hersteller von Biokraftstoffen vom Acker.

Der Industrieausschuss fordert einen Mindestanteil von erneuerbarer Energie im Verkehrssektor von 12 Prozent bis 2030. Allerdings setzen die Abgeordneten auf Biokraftstoffe der 2. Generation und auf die Elektromobilität, für die sie 10 der 12 Prozent reservieren. Für heutige Biokraftstoffe bleiben damit rechnerisch nur 2 Prozent im Transportsektor übrig. Heute liegt der Anteil von Biodiesel und Bioethanol bei gut 4 Prozent. Im Januar folgt die Abstimmung im Plenum des Parlaments.

Wackeliges Haus ohne Fundament

Kritik am Entschluss des Industrieausschusses kam promt vom Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Der Absatz herkömmlicher Biokraftstoffe in Europa würde dadurch in etwa halbiert, so der VDB. „Ohne die etablierten Biokraftstoffe sind die Pläne der Erneuerbare-Energien-Richtlinie II ein wackeliges Haus ohne Fundament. Es wäre ein Schildbürgerstreich, angesichts eines Marktanteils fossiler Kraftstoffe von 95 Prozent die heutigen Biokraftstoffe zurückzufahren“, sagte Elmar Baumann, Geschäftsführer beim VDB.

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