EU-Schweinepreisvergleich

Märkte auf niedrigem Preisniveau ausgeglichen

Am europäischen Schlachtschweinemarkt wirken die zuletzt in Deutschland gesunkenen Preise noch nach. In fast allen Ländern sinken die Erlöse.

Nachdem in der vorangegangenen Schlachtwoche bei marktführenden Schlachtunternehmen in Deutschland Hauspreise an der Tagesordnung waren, erfolgte für die laufende Schlachtwoche eine weitere Preiskorrektur der deutschen Leitnotierung von minus 4 Cent. Durch die Differenz zwischen Notierungsniveau und Hauspreisniveau waren in Deutschland Turbulenzen entstanden, stellt die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) fest. Diese hatten das Marktgeschehen, das ohnehin von einem umfangreichen Lebendangebot geprägt war, zusätzlich unter Druck gesetzt und dazu geführt, dass die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihre Notierung auf 1,30 €/kg Schlachtgewicht senkte.

Der Preisdruck in Deutschland war auch in den umliegenden EU-Mitgliedsländern zu spüren. So folgten Österreich, Dänemark, Frankreich und Belgien mit weiteren Preisrückgängen für Schlachtschweine. Inzwischen hat sich der Angebotsdruck jedoch merklich gelegt und die Marktteilnehmer aller Länder hoffen nun auf eine Belebung der Fleischgeschäfte, hoffen die Marktexperten der ISN. Saisonal bedingt frieren die Unternehmen im Januar gerne auf niedrigem Preisniveau Fleisch ein, um in der Grillsaison aus dem Vollen schöpfen zu können. Aktuell sei dabei jedoch eine Unsicherheit in Bezug auf das Näherrücken der Afrikanischen Schweinepest und der weiteren Preisentwicklung in den Köpfen.

Die niederländische Notierung konnte den jüngsten Preisrückgängen trotzen und behauptete sich schon in der laufenden Schlachtwoche auf dem erreichten Niveau. Der direkte Nachbar hatte bereits eine Woche zuvor die Notierung um 7 Cent und damit stärker als die übrigen Länder gesenkt. In Spanien gab die Notierung für Schlachtschweine nur noch marginal nach.

Der hiesige Schlachtschweinemarkt stabilisiert nach Meinung der ISN weiter. Das Angebot an schlachtreifen Schweinen und die Nachfrage der Schlachtunternehmen seien zu Wochenbeginn ausgeglichen. Aus heutiger Sicht könne von weiter stabilen Marktverhältnissen ausgegangen werden.
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