EU-Sondergipfel

Macron will Ausstieg aus Pflanzenschutz


Der französische Präsident spricht sich gegen chemischen Pflanzenschutz aus.
Foto: Présidence de la République, Soazig de la Moissonnière
Der französische Präsident spricht sich gegen chemischen Pflanzenschutz aus.

Vermehrte Anstrengungen in der Klimapolitik sehen mehrere Staats- und Regierungschefs als Auftrag des Wählers nach den Parlamentswahlen. Besonders deutlich wird der französische Präsident Emmanuel Macron.

Viele Aufgaben in Bezug auf den Klimaschutz seien nur auf europäischer Ebene zu lösen, erklärte Macron vor dem EU-Sondergipfel in Brüssel. „Wenn wir in einen kompletten Ausstieg aus dem chemischen Pflanzenschutz möchten, geht das nur EU-weit“, führte der Präsident aus. Man könne nicht nur den französischen Landwirte verschärfte Auflagen machen und den anderen nicht. Denn das würde nur das Ende der französischen Landwirtschaft bedeuten und die Pflanzenschutzmittel blieben weiterhin auf dem Markt, so Macron.

Die Staats- und Regierungschefs treffen sich zu einem Abendessen in Brüssel, um sich auf einen neuen EU-Kommissionspräsidenten zu einigen. Er wolle noch nicht über Namen sprechen, aber die politischen Anforderungen an den neuen EU-Kommissionspräsidenten sollten schon im Vorfeld geklärt werden, betonte Macron und verwies auf verstärkte Anstrengungen im Klimaschutz.

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  1. Henning Kage
    Erstellt 28. Mai 2019 16:39 | Permanent-Link

    Ein Ausstieg aus dem Pflanzenschutz ist das Gegenteil von Klimaschutz, geringere Erträge, höherer Flächenbedarf, geringere N-Effizienz. Wieso sind so einfache Dinge nicht mehr in den Köpfen unserer Entscheider, oder hat die Agrarzeitung hier etwas nicht ganz richtig verstanden?

  2. Helmut Lehner
    Erstellt 28. Mai 2019 16:47 | Permanent-Link

    Lieber Herr Macron,
    kein Problem, wir können den Pflanzenschutz weglassen. Unsere Erträge werden signifikant fallen. Was wir dann selbst nicht mehr in der EU produzieren können, wird uns Genosse Putin gerne liefern - wenn wir ihn nicht gerade geärgert haben und er der EU Lebensmittel und Gas verweigern will.
    Es ist bedauerlich, dass Politiker keinen Weitblick mehr haben - und anscheinend auch keine kompetenten Berater mehr.

  3. Johann Irl
    Erstellt 28. Mai 2019 17:13 | Permanent-Link

    Mir war gar nicht bekannt, dass man mit totaler Unwissenheit Präsident sein kann.

  4. Bauer Bäuerlein
    Erstellt 28. Mai 2019 18:55 | Permanent-Link

    Diese Aussage ist eher so zu verstehen, dass Frankreich nur den grünen Ideen folgt, wenn die anderen europäischen Länder mitmachen. Er will die Vorreiterrolle nicht und hat recht damit.

  5. Karsten
    Erstellt 29. Mai 2019 14:14 | Permanent-Link

    Das soll er mal unseren Verantwortlichen sagen! In Deutschland sind wir doch schon seit Jahren mit höheren Auflagen belastet und entsprechend weniger Wirkstoffen. Frau Merkel sieht darin keinen Wettbewerbsnachteil. Kranke Politik!

  6. Sten
    Erstellt 30. Mai 2019 07:19 | Permanent-Link

    Den Einsatz von Wirkstoffen im Pflanzenschutz zu unterbinden ist kontraproduktiv, wenn man vor hat, aktiven Klimaschutz zu betreiben. Der Pflanzenschutzsektor sollte mit Augenmaß reguliert werden, damit ein aktives Resistenzmanagment betrieben werden kann.
    Wir in Europa haben unglaublich gute, natürliche Grundvoraussetzungen, um einen guten Ackerbau zu betreiben. Es wäre ein Frevel, diese Ressourcen nicht optimal zu nutzen.

  7. Georg Beer
    Erstellt 30. Mai 2019 08:50 | Permanent-Link

    Macron spielt hier vermutlich die ökopopulistische Karte, um die europäischen Grünen für ein Bündnis gegen Manfred Weber zu gewinnen. Dass er dies mit solchen abstrusen Forderungen tut, ist schon bemerkenswert. Die Not scheint groß zu sein, angesichts der Wahlerfolge von Marie Le Pen. Taumelt Europa in eine Situation, in der die politischen Konzepte sich nur noch zwischen den Polen Rechtspopulismus und Ökopopulismus bewegen?

  8. Jürgen Kempf
    Erstellt 30. Mai 2019 11:57 | Permanent-Link

    Man sollte sich vielleicht Gedanken machen, ob man am besten die Produktion von Agrarrohstoffen komplett verstaatlicht dann ist alles perfekt für Umwelt Klima Verbraucherschutz gemacht. Wir bisher selbstständigen landwirtschaftlichen Unternehmer führen die Arbeiten und Unternehmungsführung weiterhin aus nur das wir dann beim Staat angestellt sind und von ihm unser monatliches Einkommen von min 8000 € Netto/Monat bekommen. Schließlich sind wir mit unserem breiten Wissen wie Manager von Banken zu sehen, da steht uns das zu.

    Unsere Technik setzen wir selbstverständlich weiterhin für den Staat ein zu entsprechenden Maschinenringsätzen und unsere Wirtschaftsgebäude und Betriebsflächen verpachten wir auch an den Staat somit haben wir Unternehmer am Jahresende richtig Geld bekommen (verdient hätten wir es heute schon) ohne sich von Mitbürgern als Subventionsempfänger und Umweltzerstörer und Menschenvergifter bezeichnen zu lassen. Die Kontrolleure die uns ständig Kontrollieren sind dann unsere Ansprechpartner, welche die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften zu tragen haben.

    Die Damen und Herren vom Zoll welche unsere Arbeitnehmer (Saisonkräfte) kontrollieren, sind dann Gruppenführer bei Arbeitseinsätzen und verantwortlich für die richtige Dokumentation der Einhaltung von Arbeitszeiten und Lohnzahlungen sowie Meldungen an Sozialversicherungen. Die Damen und Herren von den Landratsämtern übermitteln uns die von ihnen ausgearbeiteten Düngermengen für die entsprechende Kulturen somit gibt's auch keine Nährstoffüberschüsse mehr.

    Pflanzenschutz wird ohnehin abgeschafft. Dafür können dann die Lehrer mit ihren Schülern, ausgestattet mit Hacke und Eimern, die Beikräuter entfernen und nebenbei noch die Schadinsekten absammeln. Die Schüler müssten nicht jeden Freitag auf den Strassen für Klimaschutz demonstrieren, sondern würden aktiv dazu beitragen und hätten dazu noch Bewegung. Da viele ohnehin schon an Bewegungsmangel leiden, weil sie mit Computer und Smartphone beschäftigt sind, erscheint mir das logisch.

    Hätte noch einige Vorschläge zu bieten, doch ich will es mal damit belassen in der Hoffnung dass es Berufskollegen gibt die auch Ideen hätten.
    Meine Vorschläge sollten natürlich mindestens europaweit umgesetzt werden, sonst bringt es für Klima und Umwelt nicht wirklich was. Besser wäre natürlich weltweit.

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