EU-USA-Handelsvertrag

USA führen mehr Rindfleisch in die EU ein


Die EU wird in den kommenden Jahren mehr Rindfleisch aus den USA einführen. Uruguay und Argentinien haben das Nachsehen.

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag in Washington einen Handelsvertrag mit der EU  unterzeichnet, der steigende Rindfleischeinfuhren vorsieht. Trump bezeichnete das Abkommen als „immensen Sieg“ für amerikanische Landwirte und als Erfolg für europäische Verbraucher.

Der Vertrag sieht vor, dass die USA innerhalb von sieben Jahren einen immer größeren Anteil der Quote für Rindfleisch-Importe in die EU übernehmen. Allein im ersten Jahr nach Inkrafttreten werde der zollfreie Export von US-Rindfleisch in die EU um 46 Prozent wachsen. Über sieben Jahre werde er um weitere 90 Prozent wachsen, sagte der US-Präsident voraus. "Amerikanisches Rindfleisch ist das beste der Welt", erklärte Trump in Washington.

Bauernverband kritisiert das Abkommen

Der Deutsche Bauernverband (DBV) kritisiert das Abkommen zwischen EU und USA über den Handel mit Rindfleisch. Präsident Joachim Rukwied sagte der Deutschen Presse-Agentur, es sei auch vor dem Hintergrund der Klimadiskussion nicht zu rechtfertigen, den europäischen Markt für den transatlantischen Import von landwirtschaftlichen Gütern zu öffnen.

Nach Angaben der US-Regierung wird der Wert der zollfreien Rindfleischexporte mit dem  Abkommen in den kommenden sieben Jahren von rund 150 auf etwa 420 Mio. US-$ steigen. Insgesamt wird die EU allerdings nicht mehr Rindfleisch importieren. Doch innerhalb der Importquote verschieben sich die Anteile zugunsten der USA - zu Lasten der anderen Lieferanten wie Argentinien und Uruguay. Die EU-Kommission hatte bereits Mitte Juni angekündigt, dass für US-Anbieter künftig größere Teile des globalen Einfuhrkontingentes von jährlich 45.000 t reserviert werden sollen. Die USA könnten im siebten Jahr rund 35.000 t  Rindfleisch in die EU exportieren – das sind 80 Prozent der gesamten Quote.

Das Einlenken der EU beim Thema Rindfleisch gilt als ein Grund, warum sich Trump im vergangenen Sommer bereit erklärte, den Handelskonflikt mit der EU vorerst ruhen zu lassen und vorerst keine weiteren Sonderzölle auf Autos oder andere Waren aus der EU einzuführen. Der damals ausgehandelte Deal sieht auch vor, dass die EU den Import von Soja und Flüssiggas aus den USA fördert.

Das US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer (71) schätzt, dass der Wert amerikanischer Rind-Exporte von 150  auf 420 Mio. US-$ steigen wird. Das wird nur möglich, weil die EU große Rindfleisch-Exporteure wie Argentinien, Uruguay und Australien überreden konnte, ihre Anteile an der Quote zu verringern. Die US-Quote wurde vor zehn Jahren von der EU festgelegt, um einen Streit über die Einfuhr hormonbehandelten Rindfleischs in den europäischen Markt beizulegen.

 

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