Europäischer Gerichtshof

Crispr/Cas unterliegt Gentechnikrecht

Foto: Pixabay

Der Europäische Gerichtshof entscheidet sich gegen eine Lockerung des Gentechnikrechts. Lebensmittel, die mit neuen Züchtungsmethoden wie Crispr/Cas verändert wurden, unterliegen der Kennzeichnungspflicht.  

Strenge Auflagen für neue Züchtungsverfahren verlangt der Gerichtshof der EU. Die mit der Genschere veränderte DNA bringe ähnliche Risiken mit sich wie die übliche Gentechnik und muss deshalb gleich behandelt werden, urteilen die Richter in Luxemburg. Die mit neuen Mutageneseverfahren verbundenen Risiken seien vergleichbar mit GVO, erklärt der Gerichtshof der EU. Zwar werde bei den neuen Züchtungsverfahren kein neues genetisches Material hinzugefügt. Aber durch die gezielte Beeinflussung des vorhandenen Erbmaterials ließen sich die gleichen Wirkungen erzielen wie mit der Gentechnik.

Das Tempo und das Ausmaß der Veränderung hätten sich in jüngster Zeit bei den Mutageneseverfahren deutlich beschleunigt. Deshalb seien auch ohne Hinzufügung von Erbmaterial die Gefahren der neuen Mutageneseverfahren mit denen der Gentechnik vergleichbar. Folglich müssen mit der Genschere hergestellte Erzeugnisse der bestehenden Gentechnikgesetzgebung unterliegen. Das heißt, sie müssen die vorgeschriebenen EU-Genehmigungsverfahren für GVO durchlaufen und gekennzeichnet werden. Lediglich für alte Mutageneseverfahren will der Gerichtshof eine Ausnahme machen und es den EU-Mitgliedstaaten überlassen, ob sie die GVO-Vorschriften verlangen oder darauf verzichten. Geklagt hatte eine französische Kleinbauernorganisation, die die Genschere als Gentechnik betrachtet.

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  1. Josef Willim
    Erstellt 25. Juli 2018 15:21 | Permanent-Link

    Um die Nachteile für die europäischen Züchtungsunternehmen zu verringern, müssten nun DRINGEND alle Importe von mittels GVO und Crispr/Cas erzeugten Lebens- und Futtermittel gekennzeichnet werden. Natürlich auch alle weiterverarbeiteten Produkte bis diese im Supermarktregal landen!! Dies ist leider zum Schaden des europäischen Agrarsektors und nicht Offenlegung gegenüber dem Konsumenten noch immer nicht passiert.

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