Europäischer Rechnungshof

Lücken beim Tierschutz

Der Europäische Rechnungshof mahnt einen besseren Tierschutz in der EU an. Zwar gebe es strenge Regeln für den Tierschutz in der EU. Diese würden aber nur unzureichend umgesetzt und kontrolliert, bemängeln die Prüfer in Luxemburg.

Unter dem Titel: „Die Lücken zwischen ehrgeizigen Zielen und praktischer Umsetzung schließen“ fertigte der Europäischer Rechnungshof einen Sonderbericht zum Thema Tierschutz an. Als Missstände kreiden die Prüfer das Schwanzkürzen in der Schweinehaltung an, unzureichenden Tierschutz bei Langzeittransporten und die Beförderung von kranken Tieren. Bei der Schlachtung würden die Tiere zum Teil nicht fachgerecht betäubt. Der Rechnungshof nennt einen Schlachthof in Frankreich als Beispiel, in dem der Bolzen nicht frontal, sondern zu weit am Hinterkopf der Kälber angesetzt wurde und dort die Wirkung verfehlte. Schächten ohne vorherige Betäubung sei nur in Ausnahmefällen zugelassen, führen die Prüfer in ihrem Bericht weiter aus. Diese Ausnahmefälle würden aber unzureichend von den EU-Mitgliedstaaten kontrolliert, mahnt der Rechnungshof und bezieht sich auf Polen. Generelle Mängel bei den Kontrollen des Tierschutzes sieht der Rechnungshof bei Kleinbauern auf Sardinien und bei Nebenerwerbslandwirten in Rumänien.

Zukünftig sollen die Anreize für den Tierschutz in den ländlichen Förderprogrammen der EU ausgebaut werden, empfiehlt der Rechnungshof. Zudem solle die Einhaltung eines Mindeststandards für den Tierschutz, der an die Direktzahlungen geknüpft ist, strenger kontrolliert werden.

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