Europaparlament

Wenig Spielraum für Biotreibstoffe

Biodiesel und Bioethanol sollen bis 2030 nur noch eine untergeordnete Rolle im Verkehrssektor spielen. Das Europaparlament setzt auf Elektroantrieb und auf Biotreibstoffe aus Algen und Abfällen.

Das Plenum des EP fordert zunächst einmal einen höheren Anteil an erneuerbarer Energie bis 2030 als die EU-Kommission. Bis 2030 sollen 35 Prozent der Energie aus Wind, Sonne und anderen erneuerbaren Quellen gewonnen werden. Für den Verkehrssektor sieht das EP einen Mindestanteil an erneuerbare Energie von 12 Prozent vor.  Allerdings möchten die Abgeordneten Treibstoffe von Acker wegen ihrer Konkurrenz zu Nahrungsmitteln möglichst aus dem Transportsektor heraushalten. Palmöl soll schon ab 2021 nicht mehr auf die Klimaziele angerechnete werden.

Bis 2030 sollen 10 Prozent von den geforderten 12 Prozent an erneuerbarer Energie im Verkehrssektor aus Strom oder aus modernen Biokraftstoffen bestehen. Für die modernen Biokraftstoffe setzten die Abgeordneten zudem einen Mindestanteil von 3,6 Prozent fest. Für Biodiesel und Bioethanol aus agrarischen Rohstoffen bedeutet das eine Einschränkung. Deren Verwendung in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2017 soll bis 2030 nicht mehr ausgeweitet werden.


Immerhin wurde ein Vorschlag aus dem EP-Umweltausschuss zurückgewiesen, nach dem die Obergrenze für Treibstoffe von Acker bis 2030 schrittweise auf Null gesetzt werden sollte. Die Position des EP muss nun mit den EU-Mitgliedstaaten und der EU-Kommission abgestimmt werden, die deutlich mehr Spielraum für heutige Biotreibstoffen vorsehen. 

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