Geflügelfleisch

Märkte in China und Vietnam öffnen

Auch beim Geflügelfleisch gilt: In China sind vor allem Teilstücke mit Knochen gefragt.
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Auch beim Geflügelfleisch gilt: In China sind vor allem Teilstücke mit Knochen gefragt.

Bundesregierung und Gefa bemühen sich darum, den Export von deutschem Geflügelfleisch nach Asien zu steigern. Nach einem positiven Beginn der Gespräche wird nun über die Details diskutiert. 

Exportmärkte zu erschließen, ist für die Agrar- und Ernährungsindustrie eine wichtige Stellschraube, um die Wertschöpfung im ländlichen Raum zu halten, so der Tenor auf einer Veranstaltung der
German Export Association for Food and Agriproducts (Gefa) in Berlin. „Unsere Exportwirtschaft sichert die Arbeitsplätze im ländlichen Raum“, sagte Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL). Das Ziel lebendige Dörfer zu schaffen, gelinge darüber hinaus dann, wenn Cluster, beispielsweise entlang der Lebensmittel-Wertschöpfungskette, in einer Region entwickelt würden. Entscheidend für ein Gelingen sei die Nachfrage unter anderem aus Ländern wie China, Vietnam und Mexiko. 


Vor diesem Hintergrund hat das BMEL ein Marktöffnungsverfahren für den Export von Geflügelfleisch nach China und Vietnam eingeleitet, teilt das BMEL auf Nachfrage von agrarzeitung.de mit. Chinas Behörden würden den Antrag derzeit prüfen. Nach Vietnam sei bereits ein Entwurf für ein Veterinärzertifikat geschickt worden. Marktöffnungsverfahren sind allerdings langwierige Prozesse, die neben einem abgestimmten Veterinärzertifikat oftmals noch eine Risikoanalyse durch die Drittländer nach sich ziehen. So habe Vietnam angekündigt, vor Abstimmung des Veterinärzertifikates eine Risikoanalyse durchzuführen, die Prozesshygiene, Tierkrankheiten und Rückstände der Geflügelprodukte umfasse, teilt das BMEL hierzu mit.



China werde nach Prüfung des deutschen Antrags voraussichtlich noch Auditierungen der jeweiligen interessierten Betriebe in Deutschland durchführen. Die Zulassung der deutschen Unternehmen erfolge nach Abschluss der Risikobewertung durch eine Vor-Ort Inspektion der chinesischen Fachleute in Deutschland. China habe noch keinen Zeitpunkt für eine solche Inspektion genannt, so das BMEL.

Auch für den Rindfleichsektor werde entsprechend an einer Marktöffnung gearbeitet, teilte Bernd Wirtz, stellvertretender Sprecher der Gefa Exportservice, mit. Darüber hinaus stünden einige neue Betriebe innerhalb der Schweinefleisch-Produktion vor einer Zulassung für den chinesischen Markt. Schweinefleisch-Exporte nach China gibt es bereits, darauf sei das Land angesichts der grassierenden Afrikanischen Schweinepest sogar angewiesen, so Wirtz. „Schweinepfoten werden dort eben gerne nachgefragt, während sie hier kaum etwas wert sind", betonte Wirtz den Zugewinn für die hiesige Agrar- und Ernährungsbranche. Die Öffentlichkeit nehme Vorteile für die Wertschöpfung im ländlichen Raum durch Exportsteigerungen hingegen kaum zur Kenntnis; entsprechend griffen Argumente, die schlicht darauf abzielten, weniger Tiere im ländlichen Raum zu halten, zu kurz, meinte Fuchtel.

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