Sieht aus wie ein Ham-Burger, ist aber ein Tofu-Burger.
Foto: Renée Ries/Pixelio
Sieht aus wie ein Ham-Burger, ist aber ein Tofu-Burger.

Alternative Fleischprodukte wie Sojaschnitzel, Veggie-Burger und zukünftig möglicherweise auch Laborfleisch treten in Konkurrenz zu „echtem Fleisch“. Über eine Kennzeichnung wird in den USA gestritten.

In den Vereinigten Staaten beklagt die Vereinigung der Rinderzüchter (USCA), dass es dabei keine klare Abgrenzung durch eine Produktkennzeichnung gebe, was aus Gründen des Verbraucherschutzes geändert werden müsse. Die USCA hat deshalb das Amt für Lebensmittelsicherheit (FSIS) beim US-Landwirtschaftsministerium (USDA) in einer Petition aufgefordert, Kennzeichnungsregeln zur besseren Information der Konsumenten einzuführen, meldet fleischwirtschaft.de.

Fleisch bedeutet "traditionell geboren"

Nach Ansicht des Verbands sollten nur noch Erzeugnisse das Etikett Rindfleisch oder Fleisch tragen dürfen, die von Tieren stammen, die auf traditionelle Weise geboren, aufgezogen und produziert wurden. Davon abzugrenzen seien Proteinersatzprodukte aus Pflanzen oder Insekten sowie synthetische Produkte aus dem Labor, die nicht als Fleisch bezeichnet werden dürften. Diese Unterscheidung solle zudem nicht nur für US-Rindfleisch, sondern unabhängig vom Ursprungsland gelten. Das USDA sei mit seinen nachgeordneten Behörden der Lebensmittelüberwachung dafür zuständig, die genannten Änderungen in den Richtlinien für Lebensmittelstandards und die Kennzeichnung durchzuführen.

Unliebsame Konkurrenz soll fern gehalten werden 

Auf wenig Zustimmung stößt das Vorhaben einer differenzierten Kennzeichnung indes bei den Herstellern der alternativen Fleischprodukte. Sie werfen den Rinderzüchtern vor, nicht die Verbraucher, sondern ihre Marktanteile schützen zu wollen. Der Vorstoß eines veränderten Labelings diene in erster Linie dazu, sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten. Zudem bestehe die Aufgabe des USDA vor allem darin, den gesundheitlichen Schutz der Verbraucher sicherzustellen und nicht eine angeblich wünschenswerte Produktionsmethode zu bevorzugen. Auch in Frankreich ist die Kennzeichnung von Fleischersatzprodukten ein aktuelles Thema, denn das Parlament will die für Verbraucher irreführende Kennzeichnung von vegetarischen Produkten mit Bezeichnungen von Fleischwaren eingrenzen.

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