OECD/FAO-Prognose

Russland verteidigt Spitzenposition


Bei Mais ist der weltweite Produktionszuwachs laut FAO und OECD am höchsten.
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Bei Mais ist der weltweite Produktionszuwachs laut FAO und OECD am höchsten.

Im globalen Weizenhandel werden russische Exporteure in den kommenden zehn Jahren die Nase vorn behalten. Die weltweiten Getreidevorräte lässt China sinken, weckt damit aber nur bedingt Hoffnungen auf steigende Preise.

Hohe Getreidebestände und ein langsames Nachfragewachstum werden in den zehn Jahren von 2019 bis 2038 weltweit auf die Preise für Getreide drücken. Das stellen die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in ihrem Agrarmarktausblick fest, den beide Institutionen am Montag veröffentlicht haben.

Die größten Produktionszuwächse erwarten die FAO- und OECD-Marktexperten bei Mais. Die globale Erzeugung soll in den kommenden zehn Jahren um 181 Mio. t anziehen, hauptsächlich bedingt durch Ertragszuwächse. Die Weizenerzeugung soll im selben Zeitraum um 86 Mio. t steigen. Ertragszuwächse bei Getreide ergeben sich dabei vor allem durch Züchtungsfortschritt, wobei vor allem größere Betriebe in Afrika und der Schwarzmeerregion einen besseren Zugang zu neuen Technologien, auch bei Landtechnik, haben werden. Doch die Ertragszuwächse werden sich im globalen Schnitt auf 1,1 Prozent pro Jahr beschränken, während in der vorangegangenen Dekade noch 1,9 Prozent zu verzeichnen waren. Die Flächenzuwächse in den Jahren 2019 bis 2028 sollen moderat ausfallen und besonders durch die Erschließung neuer Areale in Afrika, Russland und Lateinamerika sowie in der Umwidmung von Gras- in Ackerland in Indien getrieben werden.

Sättigung im Nahrungsmittelbereich

Während der Produktionszuwachs bei Getreide weltweit laut FAO und OECD 367 Mio. t bis 2028 betragen soll, steigt der Verbrauch um 382 Mio. t. Damit fällt das Nachfragewachstum laut Bericht langsamer aus als in den zehn Jahren zuvor. Die Nachfrage nach Futtergetreide aus China werde nachlassen. Auch die Verwendung von Getreide durch die Stärke- und Biokraftstoffbranchen wird laut OECD und FAO weniger Schwung haben. Im Nahrungsmittelbereich hat die Getreideverwendung den Institutionen zufolge weltweit eine große Sättigung erreicht – auch wenn die Nachfrage aus Afrika und Asien vergleichsweise hoch bleiben. Im Einzelnen steigt die globale Weizenverwendung in den kommenden zehn Jahren um  93 Mio. t, zumeist getrieben durch den Nahrungsmittelsektor. Der Verbrauch von Mais zieht um 189 Mio. t an, angekurbelt durch den Futterbereich.

Chinas Bestandsabbau senkt stocks-to-use Ratio

Die Anstrengungen Chinas, die hohen Maisbestände im Inland abzubauen, werden zu einem Abbau der globalen Getreidebestände führen. Das Verhältnis von Vorräten zum Verbrauch („stocks-to-use ratio“) wird von 33 Prozent auf 27 Prozent 2038 sinken. Doch dieser Rückgang wird nur bedingt zu höheren Preisen führen, stellen FAO und OECD fest. Denn die globalen Getreidevorräte seien „weiterhin hoch“ und würden für Weizen und anderes Grobgetreide als Mais weiter aufgebaut, heißt es dazu in dem Bericht.

Im globalen Getreidehandel wird Russland nach Einschätzung von FAO und OECD die Nase vorn behalten im Weizenexport und somit die EU dauerhaft überholen. Russland werde über den Zeitraum 2019 bis 2028 einen Anteil von gut 20 Prozent an den globalen Weizenexporten halten, erwarten FAO und OECD. Die USA werden der weltweit führende Maishändler bleiben, auch wenn ihr Marktanteil zugunsten von Brasilien, Argentinien, der Ukraine und Russland sinken wird. Im Handel mit Gerste werden die EU und Australien weiterhin zu den bestimmenden Playern gehören.

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