Feinstaubbelastung

Studie nennt Tierhaltung als Hauptverursacher


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Laut einer Studie des Mainzer Max-Planck-Institut für Chemie sei die Landwirtschaft für rund 45 Prozent der Feinstaub-Belastung verantwortlich. Die Branche reagiert empört.

Eine bisher unveröffentlichte Studie des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie, über die das ARD-Magazin Monitor berichtet, sterben in Deutschland pro Jahr nahezu 120.000 Menschen vorzeitig durch Feinstaub. Das seien fast doppelt so viele wie bisher angenommen. Die Landwirtschaft sei für rund 45 Prozent der Feinstaub-Belastung verantwortlich und damit auch für vorzeitige Todesfälle durch Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislaufprobleme, analysieren die Wissenschaftler dem ARD-Bericht zufolge. "Die Massentierhaltung führt zu Ammoniak, Ammoniak führt zu Feinstaub und Feinstaub führt zu frühzeitigen Todesfällen", so der Leiter der Studie Prof. Jos Lelieveld. Allein die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft seien für rund 50.000 vorzeitige Todesfälle verantwortlich.
Insbesondere die industrielle Tierhaltung trage dazu bei. Die neue Untersuchung aus Mainz basiert nach Angaben der ARD auf Daten von 40 internationalen Studien aus 16 Ländern.

Die Reaktionen auf die Ergebnisse der Studie fallen gemischt aus. Als Konsequenz müsse die Bundesregierung "deutlich mehr Maßnahmen ergreifen, um die Ammoniak-Emmissionen aus der Landwirtschaft zu reduzieren", so die umweltpolitische Sprecherin der Grünen, Dr. Bettina Hoffmann. Ein Ende der Massentierhaltung nennt Hoffmann als den wichtigsten Hebel. Sie fordert, Tierbestände in Regionen mit hoher Viehdichte abzustocken.

DBV: Rückschlüsse der Wissenschaftler sind "hochgradig unseriös"

Der Bauernbund Brandenburg und der Deutsche Bauernverband hingegen kritisierten die Analyse der Wissenschaftler. Die Landwirtschaft als Hauptverantwortlichen heranzuziehen, bezeichnte der Bauernbund als "Grüne-Woche-Märchen des Jahres 2019". Die durch das Max-Planck-Institut vorgelegte Hochrechnung, aufgrund von Ammoniak-Emissionen aus der Tierhaltung würden in Deutschland rund 50.000 Menschen vorzeitig sterben, sei absurd.  "1990 hatten wir genauso viele Autos wie Schweine, nämlich 30 Millionen. Seitdem hat sich die Zahl der Schweine auf 26 Millionen verringert, die Zahl der Autos auf 46 Millionen erhöht. Aber wie immer ist die Landwirtschaft auch am Feinstaub schuld", so der Bauernbund.

Auch DBV-Präsident Joachim Rukwied bezeichnete die Rückschlüsse der Wissenschaftler bezüglich der "Todesfall-Statistik" als "hochgradig unseriös" und für "ein Stück weit unmoralisch". "Feinstaub hat es in der Landwirtschaft immer schon gegeben, den wird es auch zukünftig geben." Die Studie müsse noch bewertet werden, so Rukwied weiter.

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  1. Gerd Schaaf
    Erstellt 18. Januar 2019 17:39 | Permanent-Link

    Einfach geschmacklos, dass sich "Wissenschaftler" des Max-Planck-Instituts für solche Hetzkampagnen hergeben. Hier werden wilde Behauptungen in den Raum gestellt. Nur wenn Lügen und Halbwahrheiten oft genug wiederholt werden, werden sie doch nicht wahr. Die verwechseln Populismus mit Wissenschaft.

  2. Andrej Rahm
    Erstellt 19. Januar 2019 21:05 | Permanent-Link

    Die nächste Sau wird durch das Dorf getrieben, Soviel Schwachsinn gibt es gar nicht, dass selbst ein so renommiertes Institut dafür herhalten muß um von dem Dieselbetrug der Autoindustrie ab zu lenken.

  3. Lukas
    Erstellt 20. Januar 2019 09:24 | Permanent-Link

    Natürlich muss man bei der Feinstaubdebatte zwischen ländlichen Raum und Stadt differenzieren, das Problem ist ja gerade in den Städten akut wo viel Feinstaub auf wenig Raum produziert wird und die Lage ein weiteres Verteilen des Feinstaubs nicht zulässt. (Stuttgart)
    Aber die Aussage des Bauernbundes ist ja wohl an unseriösität und plakatismus nicht zu übertreffen:
    1. Standen 1990 bestimmt noch mehr Schweine auf Stroh oder anderen Haltungsformen bei denen die Ammoniakentgasungen niedriger als bei der Haltung auf Spaltenböden ist.
    2. Stoßen trotz aller Negativschlagzeilen moderne Autos wesentlich weniger Feinstaub aus als sie es 1990 Taten.
    3. Kann es doch auch sein das die Landwirtschaft 1990 einen noch höheren Anteil an der Feinstaubproduktion hatte als heute.
    Sind die Sprecher des Bauernbundes schon so in ihrer Verneinungsstrategie gefangen das sie gar nicht mehr merken was sie für einen Mist von sich geben?

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