Ferkelkastration

Auch Niedersachsen plädiert für Aufschub


Auch Niedersachsen setzt sich für eine Verschiebung des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration ein. Mit Abstrichen will es eine Bundesratsinitiative Bayerns unterstützen.

In seiner heutigen Sitzung hat das Landtagskabinett in Aussicht gestellt, einer Bundesratsinitiative aus Bayern zur Änderung des Tierschutzgesetzes beizutreten, heißt es aus dem Landwirtschaftsministerium in Hannover. Die Initiative sieht vor, die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung über den 1. Januar 2019 hinaus um eine begrenzte Zeit zu verlängern. Während Bayern eine Verschiebung bis 2023 befürwortet, hält Niedersachsen eine Verlängerung der Übergangszeit um drei Jahre für ausreichend. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast wurde vom Kabinett beauftragt, sich in Bayern für eine Verkürzung der Übergangszeit einzusetzen. Dann werde der Antrag unterstützt werden.

Otte-Kinast wirbt für Immunokastration 

Die Verschiebung sei notwendig, um Ergebnisse aus derzeit laufenden Studien auszuwerten und in die Praxis umzusetzen, so das Ministerium. Gleichzeitig werde das Ziel verfolgt, durch gemeinsame Anstrengungen von Erzeugern, Politik und Verbraucherverbänden eine breitere Akzeptanz für die Immunokastration zu erreichen. "Es ist unser klares Ziel, dass es weiterhin Ferkel aus Niedersachsen gibt und nicht aus Dänemark oder den Niederlanden" sagte Ministerin Otte-Kinast zu dem Beschluss. Sie befürchte einen Strukturbruch in diesem Bereich der Landwirtschaft, falls die Verlängerung nicht erreicht werde.

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