Ferkelkastration

Fristverlängerung kommt


Zur betäubungslosen Ferkelkastration sollen Landwirte geschult werden.
Foto: da
Zur betäubungslosen Ferkelkastration sollen Landwirte geschult werden.

Die Koalitionsfraktionen von CDU/CSU und SPD haben sich auf eine Änderung des Tierschutzgesetzes zur betäubungslosen Ferkelkastration geeinigt. Die Übergangsfrist bis zum vollständigen Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration wird um zwei Jahre verlängert. Am Mittwoch geht der Gesetzentwurf in den Bundestag.

Ferkelerzeuger können aufatmen. Das Verbot zur betäubungslosen Ferkelkastration kommt nicht wie geplant am 1. Januar 2019, sondern wird um zwei Jahre verschoben. Auf einen entsprechenden Gesetzentwurf hat sich die Große Koalition am Freitagabend geeinigt. Nun kommt der Entwurf bereits an diesem Mittwoch zur Lesung in den Bundestag und wird dann in den Agrarausschuss überwiesen. Die endgültige Verabschiedung durch den Deutschen Bundestag wird voraussichtlich bis Ende November erfolgen, um am 14. Dezember den Bundesrat zu passieren.

"Durch die Fristverlängerung vermeiden wir massive Verwerfungen in der Ferkelproduktion", erklärt am Samstag Matthias Miersch, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion. Im Gesetzentwurf ist eine Übergangszeit bis zum Inkrafttreten der betäubungslosen Ferkelkastration von zwei Jahren vereinbart. In dieser Zeit ist eine arzneimittelrechtliche Zulassungen für Narkosemittel vorgesehen. Zudem wird es Schulungen für Landwirte geben, wie sie die betäubungslose Kastration beispielsweise mit dem Narkosegas Isofluran durchführen. Mirsch kündigt ein Förderprogramm für Betriebe zur Anschaffung von Gasgeräten ein.

Die zweijährige Übergangsfrist müsse genutzt werden, um tierschutzgerechte Alternativen für die Praxis von allen Beteiligten zu erarbeiten, sagte die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann (CDU). Connemann spricht sich für eine lokale Betäubung der Ferkel durch den Landwirt aus, die in Dänemark angewendet wird. Im Interview mit der agrarzeitung (az) stellt Jan Philipp Albrecht (Grüne) eine Zulassung des örtlichen Betäubungsmittels Isofluran für die Anwendung durch Landwirte in Aussicht. 

Harsch kritisierte der SPD-Politiker Mirsch das jahrelange Nichtstun des Bundesagrarministeriums sowie der Verbände. Mirsch forderte das BMEL zur Zusammenarbeit auf, um nicht-kurative Eingriffe an Nutztieren wie das Kürzen von Ringelschwänzen oder das betäubungslose Enthornen von Kälbern sowie das Töten von Eintagsküken schnellstmöglich zu beenden.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats