Ferkelkastration

Fristverlängerung passiert Bundestag

Erst am späten Abend stimmten die Abgeordneten namentlich über die Fristverlängerung ab.
Foto: jst
Erst am späten Abend stimmten die Abgeordneten namentlich über die Fristverlängerung ab.

Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ist um zwei Jahre aufgeschoben. Das hat am späten Donnerstagabend das Parlament in namentlicher Abstimmung entschieden.

Es wurde spät am gestrigen Abend, bevor die Abgeordneten des Deutschen Bundestags in namentlicher Abstimmung über den Tagesordnungspunkt Änderung des Tierschutzgesetzes abstimmen konnten. Nach erneuter etwa 30-minütiger Debatte und anschließender Abstimmung lag das Ergebnis gegen 22:00 Uhr vor. Von insgesamt 709 Abgeordneten im Deutschen Bundestag wurden 650 Stimmen abgegeben. Mit 421 Ja-Stimmen erhielt der Antrag der Regierungskoalition die erforderliche Mehrheit. Mit Nein stimmten 142 Abgeordnete, Enthaltungen gab es 87. Damit ist das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration nun um zwei Jahre aufgeschoben.

Die zwei Jahre müssten jetzt unbedingt genutzt werden, um pragmatische Lösungen für alle Betriebe und Betriebsgrößen zu finden, erklärt DBV-Präsident Joachim Rukwied: "Unsere Priorität war nicht die Fristverschiebung, sondern die Verfügbarkeit praxistauglicher Lösungen.“ Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert, mehrere unterschiedliche Verfahren zu etablieren. Dazu gehört aus Sicht des Bauernverbandes auch die Lokalanästhesie. 

„Deutlicher können die Abgeordneten der Regierungskoalition nicht zeigen, wie gleichgültig ihnen das Wohl der Nutztiere ist", ist der Wortlaut der Greenpeace-Reaktion auf die gestrige Entscheidung. 



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