Ferkelkastration

Gegenwind für Isofluran-Narkose


"Nach wie vor" sei die Kastration eine unnötige Amputation, argumentieren Tierärzte.
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"Nach wie vor" sei die Kastration eine unnötige Amputation, argumentieren Tierärzte.

Organisierte Tierärzte kritisieren die Isofluran-Narkose als Schritt für die Ferkelkastration. Es handele sich dabei um die "am wenigsten tierfreundliche" Alternative.

Ungeachtet aller Gegenstimmen habe die Bundesregierung die Ferkelbetäubungssachkunde-Verordnung (FerkNarkSachkV) zur Legitimierung der Isofluran-Anwendung bei der Ferkelkastration durch den Landwirt an die EU-Kommission gesendet, äußert die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT). Bedenken hätten sowohl die Tierärzteschaft als auch Tierschutzverbände geäußert.

Bereits im Jahr 2016 habe die TVT darauf verwiesen, dass von den drei möglichen Alternativen - der Kastration unter Allgemein-Anästhesie mittels Isofluran, der Ebermast sowie der Immunokastration - die Kastration unter Narkose diejenige mit den größten Nachteilen für das Tier sei. Denn nach wie vor erfolge eine unnötige Amputation, so die TVT. Zusätzlich seien Narkoserisiken und Wundheilungsstörungen möglich. Auch sei die Schmerzausschaltung nicht unbedingt sichergestellt. Darüber hinaus sei das Narkosegas stark klimaschädigend.

Diese Entscheidung sei angesichts der seit 2002 im Grundgesetz fixierten Staatszielbestimmung Tierschutz eine nicht akzeptable Ignorierung geltenden Rechts, kritisiert das Vorstandsmitglied der TVT, Prof. Thomas Blaha.

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