Ferkelkastration

Länder debattieren Isofluran-Einsatz


Das Dauerthema Ferkelkastration beschäftigt am Freitag den Bundesrat.
Foto: pixabay
Das Dauerthema Ferkelkastration beschäftigt am Freitag den Bundesrat.

Am kommenden Freitag entscheidet der Bundesrat über die Verordnung zur Betäubung von Ferkeln mit Isofluran durch sachkundige Personen. Ob dazu auch Landwirten gehören sollen, ist umstritten.

Die für den Freitag angesetzte Sitzung des Bundesrates hat auch für die Landwirtschaft besondere Bedeutung. Die Länderkammer wird über die "Ferkelbetäubungssachkundeverordnung" (FerkBetSachV) des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) abstimmen. Die Verordnung sieht vor, auch Landwirten nach Besuch eines entsprechenden Lehrgangs den Sachkundenachweis für die Betäubung von Ferkeln mittels des Narkosegases Isofluran vorzunehmen. Diese Möglichkeit ist von Teilen der Tierärzteschaft und auch Vertretern der Politik stark kritisiert worden. 

Nach agrarzeitung.de vorliegenden Informationen hat eine Probeabstimmung in der vergangenen Woche keine ausreichende Bundesrats-Mehrheit für die Annahme der Verordnung ergeben. In der Konsequenz würde dies bedeuten, dass der Tierärztevorbehalt für die Isoflurannarkose weiterhin Bestand hätte. Sowohl die Landwirtschaft als auch das BMEL hatten immer wieder darauf verwiesen, dass neben höheren Kosten für die Ferkelerzeuger auch nicht ausreichend Tierärzte für die flächendeckende und zeitintensive Dienstleistung zur Verfügung stehen. 



Im Grundsatz stehen mit der Jungebermast sowie der Impfung gegen den Ebergeruch (Immunokastration) zwei weitere Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zur Verfügung. Jedoch existieren dagegen nach den bisherigen Erfahrung in der Praxis besonders auf der abnehmenden Seite wie Schlachtunternehmen und auch dem Lebensmittelhandel erhebliche Vorbehalte. 

Mit der Änderung des Tierschutzgesetzes 2013 wurde ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration mit einer Übergangszeit von fünf Jahren in das Gesetz aufgenommen. Diese Übergangszeit wurde um zwei Jahre bis zum Ablauf des 31. Dezember 2020 verlängert.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats