Ferkelkastration

Isofluran-Narkose stößt auf Widerstand


Das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration bleibt in der Diskussion. Die Möglichkeit der Vollnarkose mit Isofluran stößt in Teilen der Tierärzteschaft auf Kritik.

Die Tierärztliche Vereinigung Tierschutz e.V. (TVT) und die Tierschutzorganisation Provieh e.V. lehnen die Narkose mit Isofluran bei der Ferkelkastration durch Landwirte oder andere sachkundige Personen ab. In einem gemeinsamen Positionspapier nehmen die Organisationen Stellung zu einem Referentenentwurf des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) für eine Verordnung zur Isofluran-Methode. Darin heißt es, dass es sich bei der Kastration männlicher Saugferkel grundsätzlich um eine vermeidbare Amputation handele. Oberstes Ziel aller Erwägungen sollte die Unversehrtheit der männlichen Ferkel sein. Mit der Ebermast sowohl mit als auch ohne Immunokastration stünden praktikable und tierschutzgerechte Alternativen zur Verfügung.

Als Vorstandsmitglied der TVT fordert Prof. Thomas Blaha, dass möglichst viele ihre Stimmen erheben und sich gegen politischen Opportunismus wenden sollten. Dieser dürfe nicht Grundlage sein für sich gegen die Tiere wendende Entscheidungen. Mit der Ebermast mit Immunokastration stehe eine wissenschaftlich belegte, für den Verbraucher sichere, nicht hormonelle und nicht chemische Methode zur Verfügung, um den unerwünschten Ebergeruch ohne Amputation zu unterbinden.

Die Provieh-Fachreferentin für Schweine, Angela Ditner, appelliert an Bundeslandwirtschaftsministerin Julias Klöckner, in zukunftsweisende und tiergerechte Lösungen wie die Ebermast mit und ohne Immunokastration zu investieren. Stattddessen plane das BMEL die Verstümmelung von männlichen Ferkeln mit geplanten 38 Mio. € Steuergeldern zu fördern. Ditner bezeichnet die chirurgische Kastration männlicher Ferkel und die damit verbundene Anästhesie als obsolet. Bereits heute stünden praxistaugliche Alternativen zur Vermeidung von unerwünschtem Ebergeruch zur Verfügung. Nach § 5 des Tierschutzgesetzes muss in Deutschland spätestens ab dem 1. Januar 2021 eine wirksame Schmerzausschaltung bei der Kastration männlicher Saugferkel gegeben sein.

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