Ab 2019 soll die betäubungslose Ferkelkastration gelten. Bayern und andere Bundesländer wehren sich.
Foto: schweine.net
Ab 2019 soll die betäubungslose Ferkelkastration gelten. Bayern und andere Bundesländer wehren sich.

Für die Verlängerung der Übergangsfrist beim Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration zeichnet sich keine Ländermehrheit ab. Die agrarpolitische Sprecherin der CSU im Bundestag Marlene Mortler wertet dies als "Todestoß" für die deutsche Sauenhaltung.

In der Sitzung des Ausschusses für Agrarpolitik und Verbraucherschutz des Bundesrats konnten sich die Länder mehrheitlich nicht darauf verständigen, den Antrag Bayerns zur Verlängerung der Frist der betäubungslosen Ferkelkastration um fünf Jahre zu unterstützen. Ob für die Plenarsitzung des Bundesrats am 21. September noch ein mehrheitsfähiger Antrag zustande kommt, erscheint damit mehr als fraglich.

Mortler appellierte an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, trotz der mehrheitlichen Haltung der Länder gegen eine Fristverlängerung, den Gesetzentwurf zur Änderung der Frist der betäubungslosen Ferkelkastration zur Abstimmung in das Parlament zu geben. "Wenn nötig beantrage ich eine namentliche Abstimmung dazu. Jeder Einzelne muss jetzt politisch Farbe bekennen“, so Mortler. 

Gegen ein Inkrafttreten des Verbots der betäubungslosen Ferkelkastration zum 1. Januar 2019 hatten sich mehrere Länder gestellt. Baden-Württemberg etwa argumentierte, dass es zu erheblichen Strukturveränderungen in der hiesigen Schweinehaltung führen und die Ferkelproduktion einbrechen lassen würde.

Ähnlich argumentierte Niedersachsen, das in seinem Antrag eine dreijährige Übergangsfrist fordert. Der bayerische Gesetzentwurf sieht eine Aussetzung des Verbots um fünf Jahre bis Ende 2023 vor. 

Im Vorfeld der heutigen Ausschusssitzung hatten sich sowohl der Deutsche Tierschutzbund als auch der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland gegen eine Aufweichung der geltenden Regelung ausgesprochen. Grünen-Agrarsprecher Friedrich Ostendorff warf der Bundesregierung Versagen vor, weil sie es versäumt habe, eine Strategie für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration vorzulegen. Mit der Inhalationsbetäubung und der Immunokastration gäbe es Alternativen zur betäubungslosen Kastration.





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