Ferkelkastration

Müller nutzt alle Alternativen


Stefan Müller, Geschäftsführer der Müller Gruppe in Birkenfeld.
Bild: Müller Fleisch
Stefan Müller, Geschäftsführer der Müller Gruppe in Birkenfeld.

Die Müller-Gruppe positioniert sich zum Verbot der betäubungslosen Kastration von Ferkeln. Das Schlacht- und Zerlegeunternehmen mit Stammsitz im württembergischen Birkenfeld lässt alle alternativen Methoden zu.

Stefan Müller, geschäftsführender Gesellschafter, setzt auf mehr Klarheit und Sicherheit für seine Rohstofflieferanten, wenn das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration Ende 2020 tatsächlich kommt. Der Unternehmer zeigt seinen Geschäftspartnern vier Vermarktungsmöglichkeiten auf.

Dabei handelt es sich um die in der Branche diskutierten alternativen Wege wie die Jungebermast, die Impfung gegen Ebergeruch mit Improvac, die Kastration unter Isoflurannarkose und nicht zuletzt die Kastration unter Lokalanästhesie - den sogenannten vierten Weg.

Müller gehört zu den Top 10 der Schweineschlachter in der Bundesrepublik. Das Familienunternehmen brachte 2017 insgesamt 2,16 Mio. Schweine an die Haken. Zur Gruppe gehören neben dem Stammsitz in Birkenfeld das Süddeutsche Schweinefleischzentrum sowie Ulmer Fleisch (beide in Ulm) und Bayreuther Fleisch. 2017 erzielte Müller einen Gruppenumsatz von 910 Mio. Euro.

Seit mehr als zehn Jahren setzt man bei Müller auf die Jungebermast; gleichwohl kommt dieses Verfahren nicht für jeden landwirtschaftlichen Betrieb in Frage. Interessierte Mäster erhalten auch zukünftig die Müller-Jungebermaske mit Regionalzuschlägen auf Basis fester Vereinbarungen.

Die Akzeptanz der Impfung gegen Ebergeruch mit Improvac lotete man bei Müller mit Kunden aus. Jetzt sei man bereit, geimpfte Jungeber zur Schlachtung anzunehmen. Allerdings werde das nur zu festgelegten Zeiten und mit dem bewährten Verfahren zur Geruchsdetektion geschehen, so Stefan Müller in einer Presseinformation.

Auch die Betäubung von Ferkeln mit Isofluran akzeptiert die Müller-Gruppe. Das sei eine Möglichkeit für die süddeutschen Ferkelerzeuger, den Kundenwünschen nach kastrierten Ferkeln Rechnung zu tragen, heißt es aus der Firmenzentrale. Müller beteiligt sich an einem vom Bund unterstützten Forschungsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Es soll Durchführungskonzepte für die Isoflurannarkose erarbeiten. Daneben würde Stefan Müller auch die Kastration unter Lokalanästhesie begrüßen. Deshalb beteiligt sich das Schlacht- und Zerlegeunternehmen an der Finanzierung dieses Forschungsprojekts zum vierten Weg.


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