Ferkelkastration

Solidarität beim vierten Weg

Die Uhr tickt: Noch elf Monate, dann ist die Kastration von Ferkeln ohne Betäubung verboten. Eine Petition von Landwirten und Veterinären will nun Druck machen.

Die Schweden machen es schon lange. Die Dänen jetzt auch. Und die Deutschen wollen gern, dürfen aber noch nicht: Die Rede ist von der Lokalanästhesie als Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration. Letztere ist ab Januar 2019 in Deutschland verboten. Massentaugliche Alternativen fehlen aber bislang.

Um dem Thema in der Politik einen neuen Schwung zu geben, haben Vertreter von Erzeugergemeinschaften und Tierärzten dem Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens, in Berlin jetzt eine Petition überreicht. Das Schriftstück dokumentiert die Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Veterinären und fordert eine verstärkte Förderung von Forschungsaktivitäten im Hinblick auf den so genannten vierten Weg.

Aus Sicht der Verfasser der Petition stellt die lokale Betäubung in Zusammenwirken mit Schmerzmitteln eine Möglichkeit dar, „Tierschutz und Praktikabilität am effektivsten zu verbinden“. Eine der drängendsten Fragen bei diesem Verfahren ist die, wer die Anästhesie vornimmt: nur der Tierarzt oder auch der Landwirt nach entsprechender Schulung? Außerdem fehlt die Genehmigung eines passenden Wirkstoffs für die lokale Betäubung beim Ferkel.



Im Nachbarland Dänemark dürfen seit 1. Januar per Gesetz Landwirte und ihre Mitarbeiter die Lokal anästhesie im Vorfeld der Kastration selber vornehmen. In den kommenden Monaten wird der Dänische Fachverband der Land- & Ernährungswirtschaft(DFLE) allen Landwirten und ihren Mitarbeitern das nötige Rüstzeug vermitteln. Ab 2019 sollen dann alle männlichen Ferkel nach diesem Verfahren betäubt und kastriert werden.  

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