Ferkelkastration

Spanien blickt nach Deutschland


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Das Thema Ferkelkastration beschäftigt auch in Spanien die Branche. Mit einem hohen Ebermast-Anteil und Erfahrungen in der Immunokastration sind die Startbedingungen im Südwesten Europas einfacher.

Tierschutzthemen gewinnen in Südeuropa an Bedeutung. Neben der Käfighaltung von Legehennen spielt auch die Kastration von Ferkeln in der öffentlichen Debatte eine wachsende Rolle. In der vergangenen Woche diskutierten spanische Tierärzte bei einem Kongress in Valencia Themen der Tiergesundheit und des Tierwohls. In den Gesprächen am Rande der Veranstaltung spielte auch das Thema Ferkelkastration eine große Rolle, berichtet Prof. Thomas Blaha, Vorsitzender der Tierärztlichen Vereinigung Tierschutz (TVT) im Gespräch mit agrarzeitung.de. „In Spanien wartet man auf Entscheidungen in Deutschland“, so der emeritierte Professor der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Seine spanischen Kollegen hätten ihm deutlich gemacht, dass man zunächst abwarten wolle, wie sich Deutschland entscheidet, um dann diesen Weg mitzugehen.

Weibliche Iberico-Schweine werden geimpft

Bisher würden in Spanien rund 80 Prozent der Eber unkastriert geschlachtet, berichtet Blaha aus seinen Gesprächen mit Kongressteilnehmern. Durch niedrige Lebendgewichte bei der Schlachtung von bis zu 100 kg soll die Entstehung des Ebergeruchs verhindert werden. Auch die Immunokastration wenden die spanischen Schweinhalter bereits an, ohne dass es Probleme mit der Akzeptanz gebe. Bisher werden damit hauptsächlich die im Freiland gehaltenen weiblichen Tiere für die Herstellung der Iberico-Schinken behandelt. So soll verhindert werden, dass die Sauen von Wildschweinen gedeckt werden. Die langsam wachsenden Tiere werden in einem Alter von rund zwei Jahren geschlachtet.

Bis 2009 wurden die weiblichen Ibericoferkel ohne Betäubung sterilisiert. Seitdem ist der Eingriff nur noch erlaubt, wenn er unter Betäubung von einem Tierarzt vorgenommen wird. Weil die Immunokastration kostengünstiger ist als ein chirurgischer Eingriff, hat sich die Immunokastration durchgesetzt. Die männlichen Iberico-Ferkel werden in der Regel ohne Betäubung kastriert. Das gilt auch für männliche Mastschweine aus  der konventionellen Produktion, die für die Herstellung von Serranoschinken schwerer geschlachtet werden.

 

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