Ferkelkastration

SPD weiter gegen den Vierten Weg

Muss jetzt das Tierschutzgesetz geändert werden?
Pixabay
Muss jetzt das Tierschutzgesetz geändert werden?

Die SPD will den Ferkelerzeugern bis zum Verbot der betäubungslosen Kastration zwei Jahre Zeit geben. Weitere Änderungen im Tierschutzgesetz lehnt sie ab. Genau das aber fordern die Bauernvertreter in Niedersachsen, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Mit der Fristverlängerung um zwei Jahre haben die deutschen Ferkelerzeuger ein Etappenziel erreicht. Ihrem Ziel, den „Vierten Weg“ als weitere Alternative zur bisherigen Praxis im Tierschutzgesetz zu verankern, sind sie damit aber nicht nähergekommen. Der Agrarpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Spiering stellt im Gespräch mit agrarzeitung.de klar, dass alle alternativen Verfahren zur derzeit praktizierten betäubungslosen Ferkelkastration den aktuell geltenden Vorgaben des Tierschutzgesetztes, des Arzneimittel- und Veterinärrechst entsprechen müssen.

Zuschuss zum Narkosegerät

Die SPD will den Sauenhaltern dabei helfen, die vorhandenen Möglichkeiten Ebermast, Immunokastration und Isofluran-Narkose in der Praxis zu verankern. Dazu könnte beispielsweise die Anschaffung von Narkosegeräten finanziell unterstützt werden. Auch bei der Ausbildung und Bezahlung von Fachkräften, die die Kastration unter Narkose vornehmen, könnte es übergangsweise staatliche Hilfen geben. Einen zentralen Schlüssel sieht Spiering im staatlichen Tierwohllabel, in dem die Anwendung der in Deutschland zugelassenen Verfahren zur Kastration vorgeschrieben werden müsse. Hier sieht der Sozialdemokrat Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner in der Pflicht. Die nun angestoßene Debatte wolle die SPD zudem nutzen, um auch Lösungen für die anderen „Baustellen“ in der Schweinhaltung Lösungen zu finden.

Landvolk will in zwei Jahren die dänische Lösung haben

Das Landvolk Niedersachsen setzt hingegen auf die in Dänemark praktizierte Lokalanästhesie. „Unsere Tierhalter wollen weg von der betäubungslosen Ferkelkastration, benötigen dazu aber dringend eine gangbare Perspektive, wie sie sich rechtskonform umstellen können“, erklärt der Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke. Die zweijährige zusätzliche Frist soll dazu genutzt werden, den rechtlichen Rahmen für den dänischen Weg zu schaffen - sprich das Tierschutzgesetz zu ändern. Der bayerische Bauernverband macht an der gleichen Stelle Druck. "In unseren Nachbarländern Dänemark und Schweden ist diese Methode bereits als tierschutzgerecht anerkannt und praktiziert. Wir müssen hier endlich gleichziehen", erklärt der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. Für die Lokalanästhesie setzt sich auch der Bauernpräsident in Rheinland-Pfalz, Eberhard Hartelt, ein.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats