Ferkelkastration

Unverständnis für Blockadehaltung


Die deutschen Ferkelerzeuger fühlen sich von den Bundesländern im Stich gelassen. Der Bauernverband fürchtet ein Auslaufen der Sauenhaltung. Hoffnung auf Bundesratssitzung am 21. September

"Mit dem Votum, das sich auch gegen den Weg der Lokalanästhesie richtet, wurde eine Chance im Sinne des praktischen Tierschutzes verpasst", kritisiert der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken. Auf diese Weise könne der "Einstieg in den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration" nicht gelingen, zeigt sich Krüsken überzeugt. 

Otte-Kinast ist "maßlos enttäuscht"

Vielmehr werde mit diesem Votum die Absatzförderung für Ferkel aus dem europäischen Ausland betrieben. Für Deutschland würden dagegen die Weichen für ein Auslaufen der Sauenhaltung gestellt. Ähnlich äußert sich die Agrarministerin in Niedersachsen, Barbara Otte-Kinast. Sie sei über den gestrigen Beschluss "maßlos enttäuscht". Für viele Familienbetriebe bedeute er das Ende der Sauenhaltung.

Niedersachsen hatte den Antrag des Landes Bayern unterstützt und werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass bei Ferkeln eine Kastration ohne Betäubung für eine begrenzte Zeit weiterhin zulässig sei. Derzeit sei es aus verschiedenen Gründen noch nicht möglich, die bekannten Alternativen zur Ferkelkastration ohne Betäubung flächendeckend umzusetzen, so die Ministerin.In beiden Stellungnahmen wird betont, dass der Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration nicht infrage stehe. Ebenso appellieren DBV und Ministerium an die Vertreter des Bundesrates, in der Sitzung am 21. September alles Notwendige zu tun, um den zu erwartenden Strukturbruch in der deutschen Ferkelerzeugung zu verhindern. Mittlerweile sei der rechnerische Selbstversorgungsgrad bei Ferkeln aus Deutschland auf unter 80 Prozent gesunken.

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  1. maximilian
    Erstellt 6. September 2018 21:53 | Permanent-Link

    Mit einer Änderung des Tierschutzgesetzes nach den Wünschen der Bauernfunktionäre würden Bundesrat und Bundestag gegen unsere verfassungsmäßige Ordnung, konkret gegen das Verschlechterungsverbot des erreichten Tierschutzniveaus aus Art. 20a GG , Staatszielbestimmung Tierschutz, verstoßen.

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