Am Samstag soll es bei Lidl wieder Beyond Meat Burger geben
Bild: Lidl
Am Samstag soll es bei Lidl wieder Beyond Meat Burger geben

Nach dem steilen Höhenflug gibt der Aktienkurs von Beyond Meat jetzt erstmals kräftiger nach. An der Erfolgsstory ändert sich zunächst grundsätzlich dennoch wenig.

Beyond Meat ist in aller Munde. Bisher zwar nur im übertragenen, nicht im wörtlichen Sinne. Aber das tut dem Erfolg keinen Abbruch. An der Börse performt das kalifornische Veggie-Start-up so erfolgreich wie sonst nur Tech-Firmen. Der Handel reißt sich darum, die Produkte nach Deutschland zu bringen. Wie nachhaltig der Hype ist, vermag indes noch keiner zu sagen. Fakt ist: Der deutsche Veggie-Markt hat seine Durststrecke auch ohne den US-Newcomer überwunden und wächst zweistellig.

Dass Beyond Meat vor allem eine Wette auf die Zukunft ist, verdeutlichen die jüngst veröffentlichten Zahlen für das erste Quartal 2019. Zwar steigerte die Firma den Umsatz um 215 Prozent auf 40,2 Mio. US-$ (37 Mio. €). Aber unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 6,6 Mio. US-$. Die Investoren ficht das nicht an. Der Aktienkurs hat sich seit dem Gang aufs Parkett Anfang Mai zwischenzeitlich versechsfacht. Die Börse bewertete die Firma, die für 2019 einen Umsatz von 210 Mio. US-$ prognostiziert, teils mit über 10 Mrd. US-$. Einen ersten Dämpfer gab es zwar Mitte dieser Woche. Doch noch immer liegt die Marktkapitalisierung bei fast 7 Mrd. US-$.

Die Begeisterung schwappt längst über den Teich – und hat auch den deutschen Handel erfasst. Nach der ersten Lidl-Aktion im Mai, bei der die Burger der Firma in kürzester Zeit vergriffen waren, hat der Discounter für diesen Samstag eine zweite Aktion angekündigt. Dass ausgerechnet ein Discounter vorprescht, sorgt durchaus für Erstaunen im Markt. Denn bisher waren Aldi und Lidl in der Veggie-Kategorie schwach unterwegs.

Veggie-Markt wächst zweistellig

Laut Marktforschungszahlen hat der deutsche LEH im ersten Quartal 2019 seine Umsätze in der Kategorie insgesamt wieder deutlich nach oben geschraubt – je nach Marktdefinition um 11 bis 16 Prozent. Und: Bereits 2018 stieg der Wert um 6 Prozent auf rund 233 Mio. €. Jedoch sind es die Vollsortimenter Rewe und Edeka, die das Wachstum treiben. Lidl und Aldi haben dagegen den Daten zufolge zuletzt an Boden verloren. Die Beyond-Burger-Aktion bei den Neckarsulmern ist freilich noch nicht mit eingerechnet. Bei den Herstellern legen derweil alle Top-Marken zu, bis auf Quorn. Klarer Primus bleibt die Rügenwalder Mühle, die für sich einen Marktanteil von 40 Prozent reklamiert. Das stärkste Wachstum zeigt mit 67 Prozent die Nummer zwei: die Heristo-Tochter Like Meat. Nestlés Garden Gourmet folgt auf Rang drei.

Das Vordringen von Beyond Meat wird von den Platzhirschen betont gelassen aufgenommen. "Konkurrenz ist für die Marktentwicklung immer gut", sagt Rügenwalder-Geschäftsführer Godo Röben. Like-Meat-Chef Timo Recker nennt das Ganze einen "Ansporn". Zwar verweisen heimische Hersteller darauf, dass derzeit nicht Burger im Veggie-Segment am stärksten wachsen, sondern etwa Würste. Dennoch ist man nicht untätig. Like Meat hat kürzlich den Juicy Burger gelauncht. Nestlé berichtet für seinen Incredible Burger von Verkäufen, die "deutlich über den Erwartungen" liegen. Listungen gebe es bei Rewe, Hit, Tegut, Globus, Bünting und Bela. Zudem laufe der Verkauf in vielen Edeka-Regionen an.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats