Fleisch

Kaufland führt Haltungskompass ein


Der vierstufige Kompass soll dem Verbraucher verdeutlichen, aus welcher Haltung das gekaufte Fleisch stammt.
Bild: Kaufland
Der vierstufige Kompass soll dem Verbraucher verdeutlichen, aus welcher Haltung das gekaufte Fleisch stammt.

Der Lebensmittelhändler Kaufland führt bei Selbstbedienungsfleisch das vierstufige Haltungsetikett ein. Damit folgt Kaufland den Discountern. Lidl führte die Kennzeichnung zuerst ein.

Die Kennzeichnung orientiert sich an dem vierstufigen Gegenstück von Lidl (siehe Kasten) Kaufland versichert, das Label würde keine Auswirkung auf die bestehenden Preise haben. Rund 200 Produkte werden im Kauflandsortiment gelabelt. Das werde nun nach und nach geschehen. Von der Markierung ausgenommen sind Geflügelprodukte und internationale Spezialitäten. Das Unternehmen plant, langfristig die Stufe 2 als Mindeststandard für all seine SB-Produkte zu etablieren.

Bild: Kaufland


Stefan Rauschen, Einkaufsleiter Frische bei Kaufland Deutschland, sagte dazu: „Mit der Kennzeichnung allein heben wir den Tierwohlstandart nicht an, wir können aber durch mehr Transparenz die Kunden in die Lage versetzen, durch ihre Nachfrage über Haltungsbedingungen mitzuentscheiden.“

Haltungsstufen

Stufe 1 „Stallhaltung“: Entspricht den gesetzlichen Vorschriften
Stufe 2 „Stallhaltung Plus“: 10 Prozent mehr Platz, Beschäftigungsmaterial
Stufe 3 „Außenklima“: Je nach Tier zwischen 25 und 40 Prozent mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben und Zugang zu Außenklimabereichen. Futter ohne Gentechnik.
Stufe 4 „Bio“: Entspricht den gesetzlichen Bestimmungen für Bio-Fleisch nach EU-Öko-verordnung

Eine genaue Aufschlüsselung der einzelnen Leistungen finden Sie hier.

Lidl führte das Haltungslabel ein, nachdem das staatliche Tierwohllabel auch nach mehreren Ankündigungen noch nicht zu Stande gekommen ist. Kritiker bemängeln jedoch den Abstand zwischen den Stufen 1 und 2 als „zu gering“. Als Beispiel führen sie etwa den Platzunterschied oder das Angebot von Beschäftigungsmöglichkeiten ein. Der marginale Unterschied rechtfertige keine eigene Stufe.

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