Fleischerzeugung

Schwein kommt aus der Mode

Vion-Geschäftsführer Ronald Lotgerink prognostiziert einen drastischen Rückgang des Schweinefleischkonsums.
Vion Pressestelle
Vion-Geschäftsführer Ronald Lotgerink prognostiziert einen drastischen Rückgang des Schweinefleischkonsums.

Vion-Geschäftsführer Ronald Lotgerink geht für die kommenden zehn Jahre von einem deutlichen Rückgang des Schweinefleischverzehrs in Nordwesteuropa aus.

 
Auf der Jahresversammlung des Schweinezuchtunternehmens Topigs Norsvin Ende Mai in Arnhem veranschlagte der Chef des niederländischen Fleischkonzerns das betreffende Minus auf voraussichtlich 20 Prozent und begründete dies mit sich verändernden Essgewohnheiten. Angesichts dieser Entwicklung ergebe es keinen Sinn, die Schweineproduktion in den Niederlanden wie bisher fortzusetzen.

Europa will Tierschutz, Asien Lebensmittelsicherheit

Vielmehr gelte es, sich ernsthaft an die veränderten Zukunftsperspektiven anzupassen. Laut Lotgerink legen die Verbraucher in Europa immer mehr Wert auf Tierwohl und Umweltschutz. Dagegen stehe bei Vions Kunden in China vor allem die Lebensmittelsicherheit im Vordergrund. Allerdings werde das zurzeit durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) geplagte Land in einigen Jahren seinen Schweinesektor wieder in Ordnung gebracht haben und selbst wieder reichlich sicheres Schweinefleisch erzeugen, prognostizierte der Vion-Geschäftsführer.

„In der Folge werden die chinesischen Schweinefleischimporte aus Europa um 80 Prozent zurückgehen“, so Lotgerink. Nach Einschätzung des Vion-Geschäftsführers haben die niederländischen Schweinehalter dennoch eine gute Zukunft vor sich, wenn sie außergewöhnliche Angebotskonzepte verfolgen, die sich an den Kundenwünschen im In- und Ausland orientieren. „Nur so sind wir am Weltmarkt wettbewerbsfähig“, stellte er klar.

Premium-Schweine aus den Niederlanden

Das niederländische Schwein könnte beispielsweise zu einer Premiummarke gemacht werden, für die höhere Preise erzielbar seien. Der Konzernchef rief die Schweinebranche auf, intensiv zusammenzuarbeiten. „Das führt zu niedrigeren Kosten, weniger Verschwendung und mehr Transparenz in der Vermarktungskette“, erklärte Lotgerink. Daten müssten miteinander geteilt werden. Die Regie dieses Wandels könne Vion übernehmen, schlug der Geschäftsführer vor.

Dass der Lebensmitteleinzelhandel diese Aufgabe übernehmen könnte, sieht Lotgerink eher nicht. Grund hierfür sei, dass nur wenig Schweinefleisch in den Niederlanden verbraucht werde. Die Supermärkte würden allein die holländischen Konsumenten kennen. Vion dagegen sei auch über die Kundenwünsche im Ausland informiert.

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