Mehr Tierwohl in den Ställen finden fast alle Verbraucher gut, erklärt das Meinungsforschungsinstitut forsa in seiner neuesten Umfrage, die auch Grundlage für den gestern vorgestellten Ernährungsreport 2018 ist. Die Initiative Tierwohl fühlt sich bestätigt.

 

93 Prozent der Verbraucher in Deutschland finden mehr Tierwohl in den Ställen gut oder sehr gut, fand jetzt das Meinungsforschungsinstitut forsa in einer bundesweiten, repräsentativen Umfrage heraus. Mehr Zahlungsbereitschaft bedeutet das aber nicht unbedingt. 

„Wir freuen uns über den großen Zuspruch zu unserem Ansatz“, kommentierte ITW-Geschäftsführer Dr. Alexander Hinrichs die Ergebnisse. Dass Verbraucher kleine, konsequente Schritte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für gut und praktikabel erachteten, zeige, dass sie realistischer seien als jene, „die in der Öffentlichkeit laut Ideale und Maximalforderungen postulieren, denen die Landwirte aber unmöglich von heute auf morgen gerecht werden können“.

Wie die Initiative Tierwohl (ITW) dazu mitteilte, bezeichneten zudem 83 Prozent der mehr als 1.000 Befragten es als gut, eine tiergerechtere Ausgestaltung der Nutztierhaltung in vielen kleinen Schritten konsequent umzusetzen, ohne dabei etwas zu überstürzen.

Wenn es um die Kosten für die tiergerechte Haltung geht, so sagen 72 Prozent, dass hier der Verbraucher gefragt sei. Zwar gaben laut ITW 89 Prozent der Fleisch verzehrenden Befragten an, dass sie bereit seien, mehr Geld für Fleisch auszugeben, wenn das zu verbesserten Haltungsbedingungen führe. Allerdings weise das forsa-Institut darauf hin, dass Themen des Umwelt- und Tierschutzes hoch im Bewusstsein der Bürger verankert seien, sich aber nicht in einer tatsächlichen höheren Zahlungsbereitschaft niederschlagen müssen.

Dennoch appellierte Hinrichs an die teilnehmenden Tierhalter der Initiative, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Diese Betriebe seien Aushängeschilder. Verstöße gegen die Tierwohl-Kriterien seien mehr als Vertragsverletzungen, denn sie gefährdeten die Wahrnehmung einer ganzen Branche. Deshalb würden auch in der 2018 beginnenden Programmphase Regelverletzungen streng geahndet, „denn für schwarze Schafe unter den Tierhaltern wird in unserem Programm kein Platz sein“, stellte der ITW-Geschäftsführer klar.


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