Forschung

Auf der Suche nach stickstoffarmer Gülle


Das Team der FH Münster lässt die Gülle für eine Analyse durch den mobilen NIRS-Sensor pumpen.
Foto: FH Münster/FB EGU
Das Team der FH Münster lässt die Gülle für eine Analyse durch den mobilen NIRS-Sensor pumpen.

Wird das Futter verändert, ändert sich auch die Zusammensetzung der Gülle. Eiweißarme Rationen können beim Nitratproblem helfen, findet die FH Münster heraus.

In einer Versuchsreihe im Emsland hat das Forscherteam um Prof. Dr. Christof Wetter von der FH Münster festgestellt, dass eine proteinreduzierte Ernährung bei Schweinen einerseits für Ausscheidungen mit weniger Nährstoffen sorgt. Gleichzeitig produzieren die Schweine insgesamt weniger Exkremente.
In Kooperation mit Raiffeisen Emsland-Süd wurden 1.600 Schweine knapp vier Monate lang mit drei verschiedenen Fütterungsansätzen beobachtet. Die Wissenschaftler haben die Futterzusammensetzung und -menge, das Tränkwasser, die Nährstoffgehalte und die Güllemengen erfasst und analysiert. Eine Schweinegruppe bekam stark stickstoff- und phosphorreduziertes Futter, bei einer Gruppe wurde zusätzlich noch der Rohproteingehalt weiter heruntergesetzt, die dritte Gruppe erhielt zur Kontrolle das übliche Futter. Die Futtermenge war bei den beiden reduzierten Gruppen etwas höher.
Dabei zeigte sich, dass die Schweine mit der neuen Fütterung nicht nur weniger Nährstoffe in ihren Ausscheidungen hatten, sondern, dass sie insgesamt auch weniger ausgeschieden haben.  Dieses Ergebnis kann einen Einfluss auf die Stickstoffemission haben. Negative Auswirkungen auf die Qualität des Fleisches hat das Projektteam nicht feststellen können.

Bei der Gelegenheit testeten die Forscher auch mobile Nahinfrarotspektroskopie-Sensoren (NIRS). Sie können Gülle-Inhaltsstoffe vor Ort messen und die Ergebnisse unverzüglich zur Verfügung stellen. Außerdem erfasst die Echtzeitmessung die gesamte Gülle und nicht nur eine Probe. Das funktioniert den Wissenschaftlern zufolge schon gut bei den Stickstoffmessungen. Bei den Phosphor-Werten gibt es stärkere Abweichungen zu den im Labor gemachten Messungen. 

Der Versuch ist eingebettet in das Großprojekt „Mest op Maat – Dünger nach Maß“, das an der FH Münster läuft. Es arbeitet entlang der gesamten Wertschöpfungskette: von der Rohgülle über die Nutzung als Dünger oder Energiesubstrat zu deren Aufbereitung zu Düngemitteln und Substrate für Biogasanlagen in Deutschland und den Niederlanden.

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