Forschung

Wissenschaftler arbeiten an wärmeresistenten Kartoffeln


Biochemiker der FAU um Prof. Dr. Uwe Sonnewald (r) haben herausgefunden, warum Kartoffeln bei höheren Temperaturen kaum oder keine Knollen bilden. Mit im Team: PD Dr. Sophia Sonnewald, Günter Lehretz, Dr. José María Corral García und Prof. Dr. Uwe Sonnewald (v.l.n.r.).
FAU/Rabih Mehdi
Biochemiker der FAU um Prof. Dr. Uwe Sonnewald (r) haben herausgefunden, warum Kartoffeln bei höheren Temperaturen kaum oder keine Knollen bilden. Mit im Team: PD Dr. Sophia Sonnewald, Günter Lehretz, Dr. José María Corral García und Prof. Dr. Uwe Sonnewald (v.l.n.r.).

Biochemiker aus Erlangen haben herausgefunden, wie sich die Knollenbildung unabhängig von der Temperatur regulieren lässt. Dazu haben sie eine bestimmte RNA ausgeschaltet.

Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) haben in Kartoffeln einen Mechanismus identifiziert, der die Knollenbildung bei Hitze verhindert. Es handelt sich um eine kleine Ribonukleinsäure (RNA), die die Knollenbildung temperaturabhängig reguliert. Den Wissenschaftlern ist es nun gelungen, diese RNA zu blockieren und so wärmeresistente Kartoffelpflanzen zu erzeugen. "Unsere Ergebnisse bieten die Chance, dass wir auch in Zukunft bei steigenden Temperaturen noch Kartoffeln anbauen können", erklärt Uwe Sonnewald, Professor für Biochemie.

Die höchsten Erträge bei Kartoffeln lassen sich den Biologen zufolge bei gemäßigten Temperaturen erzielen - ideal für die Knollenbildung sind rund 21 °C tagsüber und 18 °C nachts. Bei diesen Temperaturen und der richtigen Tageslänge wird in den Blättern ein knolleninduzierendes Eiweiß gebildet. Dieses signalisiert der Pflanze, Knollen zu bilden, um auf Kälteperioden vorbereitet zu sein. Ist es jedoch sehr warm - in den Laboren machten die FAU-Wissenschaftler als Grenze 29 °C tagsüber und 27 °C nachts aus -, schaltet die Pflanze auf eine Art Wachstumsprogramm um: Sie bildet mehr grüne Triebe und Blätter, aber weniger bis keine Knollen mehr. Hinzu kommt: Die wenigen Knollen haben einen geringeren Stärkegehalt und keimen schneller - sie sind also nicht so nahrhaft und verderben rascher.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats