Forschungsprojekt

Mit Kohle gegen den Ebergeruch


Eine Alternative zur Ferkelkastration ist die Ebermast. Ob die Fütterung von Planzenkohle den unangenehmen Ebergeruch unterdrücken kann, wird derzeit in Niedersachen erforscht.

Die Fleischbranche ist weiter auf der Suche nach Alternativen zur chirurgischen Kastration von männlichen Ferkeln. In einem Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF), das das Bundeswirtschaftsministerium finanziell fördert, wird untersucht, ob der Zusatz von Pflanzenkohle im Futter, dazu beitragen kann, den Anteil der „Stinker“ zu reduzieren.

Unkastrierte männliche Schweine produzieren mit dem Beginn der Geschlechtsreife Skatol und Idol, die dem Fleisch einiger Tiere einen unangenehmen Geruch verleihen. Bei einem Fütterungsversuch an die Tierärztlichen Hochschule (Tiho) Hannover wird nun erforscht, welchen Einfluss die Fütterung von Pflanzenkohle auf die Skatol- und Idolbildung und den Ebergeruch haben. Dazu werden verschiedene Formen der Pflanzenkohle getestet, berichtet Prof. Christian Visscher, der die Versuche an der Tiho leitet. Das Fleisch der Tiere wird im Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik (DIL) in Quakenbrück untersucht. In dieser Woche wurde der erste Durchgang von Mastschweinen geschlachtet. Mit abschließenden Ergebnissen rechnen die beteiligten Wissenschaftlern in etwa zwei Jahren.

Auch im großen Maßstab möglich

Aktivkohle ist nach der EU-Futtermittelverordnung als Futtermittel in Form von pflanzlicher Kohle zugelassen und seit Jahrhunderten für eine besonders gute Adsorptionsfähigkeit bekannt. Deshalb hoffen die Initiatoren des Forschungsprojektes, dass der Einsatz von Pflanzenkohle auch zur Adsorption von Skatol und Indol im Darm beiträgt. Im Gegensatz zu anderen Futterzusätzen mit ähnlichen Effekten, wie zum Beispiel Kartoffelstärke, wäre der Einsatz von Pflanzenkohle auch in einem großen Umfang wirtschaftlich möglich, da die Kohle aus pflanzlichen Reststoffen gewonnen werden kann.

Im Rahmen des Projekts werden erstmals systematisch Pflanzenkohlen charakterisiert und ein Zusammenhang zwischen Struktur und Adsorptionsfähigkeit von geruchsaktiven Substanzen im Tierkörper hergestellt. Darüber hinaus ermögliche die Fütterung von Pflanzenkohle eine bessere Nitratbindung im Boden und führt damit zu einer Verbesserung der Bodenqualität, so die Initiatoren des Projektes, zu denen auch der Forschungskreis der Ernährungsindustrie gehört.

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