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Zucker ohne Kalorien hat ein Vorbild in der Natur. Das industriell zu kopieren, gilt allerdings als aufwendig. Trotzdem probieren sich viele Lebensmittelhersteller daran. Ein Tochterunternehmen von Pfeifer & Langen vermeldet nun den Durchbruch.

Eine Tochtergesellschaft des Kölner Zuckerkonzerns Pfeifer & Langen ist eigenen Angaben zufolge in der Lage, in großen Mengen "echten Zucker ohne Kalorien" herzustellen. Das Unternehmen Savanna Ingredients will ein Verfahren entwickelt haben, das die Molekülstruktur von Rübenzucker "verschlüsselt" und die Kalorien "gewissermaßen verkapselt" – sodass der Körper die Kalorien beim Stoffwechsel nicht aufnehmen kann. Als Ergebnis des Prozesses entstehe Zucker in der Form von Allulose, teilte Savanna Ingredients mit. Statt 4 kcal, die ein Gramm klassischer Zucker enthalte, seien es bei der Allulose noch 0,2 kcal. Das meldete die Lebensmittelzeitung.

Allulose ist seit vielen Jahren bekannt. Der auch als D-Psicose bezeichnete Zucker kommt in der Natur in geringen Mengen vor. Lebensmittelhersteller bemühen sich seit einiger Zeit, Allulose industriell herzustellen. Die bekannten Produktionsverfahren gelten aber als ausgesprochen aufwendig. Etwa das britische Lebensmittelunternehmen Tate & Lyle hat gleichwohl schon im Jahr 2015 angekündigt, die Zuckervariante auf den Markt zu bringen und damit "die Lebensmittelindustrie für immer zu verändern". Der Geschäftsführer von Savanna Ingredients, Timo Koch, pries das eigene Verfahren als besonders umweltfreundlich und energieeffizient.

Allulose ist in Europa bislang nicht als Lebensmittel zugelassen. Savanna Ingredients will die Zulassung aber "zeitnah beantragen", wie Koch sagte. Bis zu einer Zulassung durch die EU-Behörde EFSA dürfte es einige Monate bis Jahre dauern.

Das Entwicklungsprojekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert, Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Neben Savanna und dem verbundenen Unternehmen Pfeifer & Langen sind auch noch weitere Unternehmen und Universitäten (RWTH Aachen, Hochschule Ostwestfalen-Lippe) beteiligt.

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