Frankreich

Auch Bauern wollen in Frankreich protestieren


Die Proteste der "Gelbwesten" in Frankreich gewinnen an Momentum. Nach anderen sozialen Gruppen aus der Gesellschaft wittern auch die französischen Bauern ihre Gelegenheit und protestieren gegen Macron's Regierung.

Der Aufruhr in Frankreich weitet sich aus. Nach „Gelbwesten“, Schülern und Studenten, wollen in der kommenden Woche erstmals auch Landwirte gegen die Regierung von Emmanuel Macron demonstrieren. Dazu hat die größte Bauern-Gewerkschaft FNSEA aufgerufen. Deren Vorsitzende, Christiane Lambert, beklagte Medienberichten zufolge ein "Bauern-Bashing" durch die Regierung und zu hohe finanzielle Belastungen. Die Landwirte fühlten sich unter anderem durch das Vorgehen der Regierung gegen den Unkrautvernichter Glyphosat "gedemütigt", der für Krebserkrankungen verantwortlich gemacht wird. Als besonders ärgerlich empfinden die Landwirte zudem die Ankündigung von Landwirtschaftsminister Didier Guillaume, die bereits zugesagte Erhöhung der Mindestpreise für Nahrungsmittel zu verschieben.

Damit droht nun ein verschärfter Konflikt mit den französischen Bauern, die nächste Woche mobilmachen wollen. Sie pochen wegen der im Einzelhandel tobenden Rabattschlacht auf höhere Preise für ihre Produkte, die ihnen ein auskömmliches Einkommen sichern sollen. Der Bauernverband hält die geplante Verschiebung daher für ein »verheerendes Signal«. Die Regierung dürfte jedoch eher auf die große Zahl der Verbraucher schielen und befürchten, dass bei steigenden Verkaufspreisen für Lebensmittel die Protestbewegung der »Gelben Westen« noch mehr Zulauf bekommen könnte. Die FNSEA-Chefin Christiane Lambert betonte unterdessen, dass die Bauernproteste friedlich bleiben sollen. Ihr Dachverband vertritt nach eigenen Angaben über 210.000 Mitglieder aus allen Bereichen der Landwirtschaft.

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