Je komplexer der Pflanzenschutz, desto lauter wird in Frankreich die Forderung nach einer Trennung von Beratung und Verkauf.
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Je komplexer der Pflanzenschutz, desto lauter wird in Frankreich die Forderung nach einer Trennung von Beratung und Verkauf.

Je präziser die Applikationsmethoden werden, desto höher wird der Beratungsbedarf bei der Anwendung. Frankreich diskutiert deshalb eine Verschreibungspflicht für Pflanzenschutzmittel.

Künftige Entwicklungen im Pflanzenschutz könnten eine Verschreibungspflicht für den Mitteleinsatz notwendig machen. Zu diesem Schluss kommt eine Folgenabschätzung zur Trennung von Beratung und Verkauf im Pflanzenschutz, die zwei französische Generalräte, der eine für Umwelt, der andere für Landwirtschaft erstellt haben, meldet Agra Europe. Nach Ansicht der Gremien könnte die Entwicklung von immer effektiveren Wirkstoffen und sehr präzisen Applikationsmethoden bewirken, dass der Pflanzenschutz künftig sehr teilflächenspezifisch erfolgen und entsprechend fein justiert werden müsse.

"Phytiater" soll Lücke zwischen Vertrieb und Praxis füllen

In Kombination mit einem von der Praxis immer weiter entfernten Vertrieb wäre es dann notwendig, dass die Landwirte auf eine hochspezialisierte und ausgereifte Beratung zurückgreifen könnten und eine Verschreibungspflicht eingeführt werde. Die Gremien halten in diesem Fall die Einführung von entsprechend qualifizierten und spezialisierten Beratern, den sogenannten „Phytiatern“, für unerlässlich. Neben einem Netzwerk von unabhängigen Experten sei es zudem notwendig, strenge und transparente ethische Richtlinien zu erarbeiten, die das Vertrauen der Bürger gewährleisteten. Ein erster Schritt in diese Richtung könnte die Erstellung eines entsprechenden Anforderungsprofils und die Spezifikation der künftigen Tätigkeiten der „Phytiater“ sein.

Beratung soll Pflicht werden

Die Beratungsgremien vom Umwelt- und Agrarressort machen sich indes keine Illusionen darüber, wie ein derartiger Vorstoß derzeit in der Landwirtschaft aufgenommen werden würde. Die Überlegung, den Vertrieb von Pflanzenschutzmitteln von einem „Rezept“ abhängig zu machen, sei ein „Schreckgespenst“ für die Branche. Die Landwirte seien der Auffassung, dass das Ausbildungsniveau der Betriebsleiter ausreiche, um diesbezügliche Entscheidungen zu treffen - auch wenn das nicht in allen Fällen zutreffe. Trotzdem wird empfohlen, diese Überlegung weiterzuverfolgen, um langfristig - etwa in zehn Jahren - eine Beratung als verpflichtende Voraussetzung für den Kauf von Pflanzenschutzmitteln durch einen Landwirt einzuführen.

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  1. Heribert Heddergott
    Erstellt 25. März 2019 16:43 | Permanent-Link

    Ich weiß nicht was ein Generalrat ist und das Wort Phytiater höre ich auch zum ersten Mal. Wenn ein Studium der Agrarwirtschaft und 30 Jahre als Betriebsleiter nicht mehr ausreichen, um einen Liter CCC kaufen zu können, dann schafft die Landwirtschaft ab und gebt den Ökoterroristen ihre heile Umwelt. Die Borniertheit einiger Gutmenschen ist nicht mehr zu ertragen.

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