Frei lesbar: Informeller EU-Agrarrat

Geld für Kohlenstoff im Boden


Günland bindet Kohlenstoff im Boden und sollte im Sinne des Klimaschutzes stärker gefördert werden, sind sich die Agrarminister in Helsinki einig.
Foto: Gudrun Plesch
Günland bindet Kohlenstoff im Boden und sollte im Sinne des Klimaschutzes stärker gefördert werden, sind sich die Agrarminister in Helsinki einig.

Die Landwirte müssen ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Dazu gehört die Anreicherung der organischen Substanz in Böden. Die GAP soll zukünftig Maßnahmen zur Kohlenstoffspeicherung fördern.

Die organische Substanz in den landwirtschaftlichen Böden nehme stetig ab, warnte der finnische EU-Ratspräsident Jari Leppä. Es machte deshalb die Anreicherung von Kohlenstoff im Boden zum Thema des Informellen EU-Agrarministertreffens. Der Aufbau der organischen Substanz ziehe sich über Jahre hinweg und müsse durch die GAP stärker gefördert werden, erklärte der finnische Minister. Dauergrünland, Bodendecker im Winter und pfluglose Methoden böten sich als Maßnahmen zur Verbesserung des Klimas und der Böden an.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner setzt auf den Reformvorschlag der EU-Kommission. Dort werden der Erhalt von Dauergrünland und von Feuchtgebieten als Voraussetzungen angemahnt, um weiterhin Direktzahlungen zu bekommen. Klöckner fordert zudem verbindliche Ökoregelungen (eco-schemes), um die Betriebe klimafreundlicher zu machen. „Hierbei kommt es auf eine ausreichende Mittelausstattung im EU-Agrarhaushalt an“, fügte die Ministerin hinzu. Anreize zum Klimaschutz befürwortete die große Mehrheit der Minister auf dem informellen Treffen in Helsinki. Verbote und Produktionsauflagen sollten dagegen eher vermieden werden. „Wir müssen die Landwirte und das Klima unterstützen“, betonte der französische Landwirtschaftsminister Didier Guillaume und sprach dabei im Sinne seiner meisten Kollegen.

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  1. Klaus Vogler
    Erstellt 24. September 2019 19:15 | Permanent-Link

    Direktsaat ist eine massive Möglichkeit zum Humus Aufbau bzw. zur Kohlenstoffspeicherung, dazu braucht es aber das harmlose Glyphosat.

  2. Manfred Vox
    Erstellt 26. September 2019 18:34 | Permanent-Link

    Wir haben umfangreiche Testreihen mit zersetzter Gülle, Mikroorganismen und Pflanzenkohle durchgeführt. Fruchtbarkeit und Feuchteregelung massiv gestiegen, Humusaufbau verbessert. Allein die zersetzte Gülle ist bereits purer Humus.
    Die Gülle wird nicht erst auf dem Acker zersetzt, sondern kann sofort den Pflanzen zur Verfügung stehen. Alles ist besser zu regeln und zu kontrollieren, da für eine optimale Zersetzung und Nährstoffversorgung die Temperatur, die mikrobielle Vielfalt und Feuchtigkeit notwendig sind. Alles ist bei den Wetterkapriolen nicht gewährleistet.

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