Frei lesbar: Pflanzenschutzmittel

Hersteller und Landwirte sollen mehr bezahlen

Die Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes geht den Wissenschaftlern zu langsam.
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Die Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes geht den Wissenschaftlern zu langsam.

An den Umweltkosten sollten künftig Hersteller und Anwender beteiligt werden. Das schlägt der Wissenschaftliche Beirat des Nationalen Aktionsplans (NAP) vor und fordert auch mehr Anreize und Forschung.

Das BMEL ist gelassen und verweist auf bereits umgesetzte Maßnahmen. Der Rückgang der Biodiversität ist nach Ansicht des Wissenschaftlichen Beirats markant. "Das Handlungsdefizit ist groß", erklärt Umweltexperte Dr. Carsten Brühl von der Universität Koblenz-Landau, einer der federführenden Autoren des Gutachtens. "Es ändert sich zu wenig und zu langsam", sagte Brühl im Gespräch mit der agrarzeitung (az). Es sei Konsens im Wissenschaftlichen Beirat, der sich aus Wissenschaftlern der verschiedensten Richtungen zusammensetzt, dass schneller gehandelt werden müsse. Denn der Pflanzenschutzmitteleinsatz stelle einen "bedeutenden Einflussfaktor" dar.

Deshalb fordern sie ein standardisiertes Langzeit-Monitoring. Kombinationswirkungen von Pflanzenschutzmitteln mit Umweltstressoren wie Wassermangel oder Trockenstress und anthropogenen Stressfaktoren wie Schadstoffe, Nährstoffüberschuss, Bodenverdichtung und verengte Fruchtfolgen sowie die Wechselwirkung der Mittel miteinander sollten stärker berücksichtigt werden. Diese Aspekte sollten ebenfalls in den Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel beachtet werden.
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Zu wenig Daten über Bodeneffekte

Auch die Bodenbearbeitung stelle einen wichtigen Einflussfaktor dar. Dazu gebe es aber in Deutschland viel zu wenige Daten, da auch kein Monitoring für Pflanzenschutzmittel und Rückstände gesetzlich vorgeschrieben sei, heißt es in der Studie weiter. Zudem müssten die allgemeinen Grundsätze des Integrierten Pflanzenschutzes (IPS) viel strikter und verbindlicher umgesetzt werden. Und der Anteil öffentlicher Vorrangflächen soll von derzeit 5 Prozent erheblich gesteigert werden.

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 40/2019, Seite 4. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel hier: Jetzt im E-Paper lesen

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