Frei lesbar: Trinkwasser

Niedersachsen dreht den Güllehahn zu

Diese Gebiete in Niedersachsen gelten als besonders belastet.
Bild: Land Niedersachsen 2019
Diese Gebiete in Niedersachsen gelten als besonders belastet.

Die Landesregierung legt einen eigenen Anforderungskatalog zur Düngung vor. Die EU-Kommission verlangt rasche Senkung der Nitratwerte.

Auf einer landwirtschaftlichen Fläche von 1 Mio. ha ist das Grundwasser in Niedersachsen besonders mit Nitrat belastet. Ursache sind die intensiven tierischen Veredelungsbetriebe. Doch hier schreitet die Regierung ein: Landwirte dürfen auf den betroffenen Flächen weniger düngen, als es die deutsche Düngeverordnung aus dem Jahr 2017 vorsieht.


Die Landesregierung hat hierzu eine niedersächsische Düngeverordnung vorgestellt. Die Kriterien sind streng: Die Betriebe müssen eine Wirtschaftsdünger-Analyse von Stickstoff und Phosphat vor jeder Aufbringung nachweisen, der Dünger muss innerhalb einer Stunde eingearbeitet werden. Zudem müssen die Betriebe Lagerkapazitäten für Gülle und Gärreste für sieben Monate bereithalten. Hoch versorgte Böden sollen ab 2021 nur noch reduziert mit Phosphat gedüngt werden.

Eine Karte der besonders belasteten "roten Gebiete" hat das Agrarministerium in Hannover veröffentlicht (siehe Grafik). Rund 39 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche sind demnach mit zu viel Nitrat belastet, 1 Prozent (35 000 ha) der landwirtschaftlichen Fläche hat zu hohe Phosphat-Werte. Rund jeder zweite Hof in Niedersachsen ist von den strengeren Regeln der Landesverordnung betroffen.

Diese Gebiete in Niedersachsen gelten als besonders belastet.
Bild: Land Niedersachsen 2019
Diese Gebiete in Niedersachsen gelten als besonders belastet.
Tierhalter kommen mit ihrer Gülle in Schwierigkeiten. "Jeder Betriebsleiter muss entscheiden, wie er mit den Auflagen zurechtkommt. Wenn er nicht über die vorgeschriebene Lagerkapazität verfügt, wird er vielleicht Tierbestände verkleinern", heißt es beim Landvolk, das in der Verbändeanhörung seine Kritikpunkte einbringen will. Die Verordnung soll Mitte November dem Kabinett zur Verabschiedung vorgelegt werden.

Dies ist die gekürzte Version eines Artikels aus der Agrarzeitung 37/2019, Seite 5. Wenn Sie den gesamten Text lesen möchten, können Sie ein vierwöchiges kostenloses Probeabo für die Agrarzeitung und agrarzeitung.de abschließen. Abonnenten finden den kompletten Artikel in unserem e-paper. 

1 Kommentar

  1. Jan Heusmann
    Erstellt 18. September 2019 18:53 | Permanent-Link

    Zwar versuchen Sie immer wieder, die Schuld allein den Tierhaltern zuzuschieben, doch sollten Sie nach einem Blick auf die roten Gebiete zumindest nachdenklich werden.
    Auch in reinen Ackerbau Gebieten gibt es viele Brunnen, die die Werte eindeutig überschreiten.
    Warum ist die Agrarzeitung auf diesem Auge blind?

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