Freihandel

Elf Staaten bauen Pazifik-Brücke

Elf Staaten haben in dieser Woche ein Freihandelsabkommen unterschrieben. Es baut Brücken zwischen Nord- und Südamerika sowie Asien und Ozeanien. Wichtige Agrarhandelsländer sind beteiligt.

Fast geht es im Säbelrasseln um Handelsbeschränkungen unter. Elf Pazifik-Anrainerstaaten haben am Mittwoch das Dokument in Santiago de Chile unterschrieben. Statt dem ursprünglichen Freihandelsabkommen Transpazifische Partnerschaft (TPP), an dem noch die USA beteiligt waren, entsteht jetzt das Abkommen CPTPP (Comprehensive and Progressive Trans Pacific Partnership). Es tritt in Kraft, wenn die Parlamente von sechs der elf beteiligten Staaten zugestimmt haben. Dies könnte noch in diesem Jahr der Fall sein, so dass 2019 der Startpunkt wäre.

Beteiligt am CPTPP sind Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam. Ihre Partnerschaft soll auch ein Gegengewicht zur Wirtschaftsmacht China bilden. Der Zusammenschluss ist hinter der nordamerikanischen Freihandelszone (Nafta) und der Europäischen Union (EU) hinsichtlich der Wirtschaftsleistung das drittgrößte Handelsbündnis. Es ist offen für weitere Mitglieder. Als aussichtsreich gelten asiatische Länder wie die Philippinen, Südkorea, Taiwan oder Thailand.

In landwirtschaftlicher Hinsicht malen sich die Mitglieder des neuen Elfer-Bündnisses unterschiedliche Perspektiven aus. Die großen Agrarexportländer wie Australien, Kanada und Neuseeland erhoffen sich bessere Absatzchancen auf den asiatischen Märkten, sei es durch Zollabbau oder durch neuen Marktzugang. Einige Branchen fürchten jedoch auch schärfere Konkurrenz. So warnen kanadische Milcherzeuger seit Jahren vor dem stärkeren Wettbewerb, der ihnen aus Australien und Neuseeland ins Haus steht.

 

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