Freihandel

EU verhandelt mit Neuseeland


Milchkühe in Neuseeland
Foto: az, Foto: Fonterra
Milchkühe in Neuseeland

EU und Neuseeland nehmen Gespräche über Handelsabkommen auf. Neuseeland sieht keine Gefahr auf die deutschen Milchbauern zukommen, der Deutsche Bauernverband aber schon.

Nach Australien hat die EU nun auch Handelsgespräche mit dem größten Milchexporteur der Welt aufgenommen. Die neuseeländische Milchindustrie ist stark aufgestellt. Sie trägt zu knapp 30 Prozent der Exporteinnahmen bei, die umgerechnet knapp 8 Mrd. € ausmachen.  Neuseeland sieht in seinem geplanten Freihandelsabkommen keine Gefahr auf die europäischen Bauern zurollen. „Ich bin absolut sicher, dass EU-Milchbauern nicht ihre Betriebe aufgeben müssten“, sagte Handelsminister David Parker in einem Interview der Tageszeitung "taz". 

DBV warnt vor steigender Milchproduktion

Das sieht der Bauernverband anders. Zwar sorgen Wetteranomalien derzeit für eine Abschwächung der Dynamik am neuseeländischen Milchmarkt. Dennoch warnen Experten vor negativen Folgen für die Milchbauern in Deutschland. „In den letzten Jahrzehnten wurde in Neuseeland häufig erklärt, dass dort die Milchproduktion nicht mehr ausgebaut werden könne. De facto sehen wir, dass sie doch weiter steigt“, sagte Ludwig Börger, Leiter des Referats Milch des Deutschen Bauernverbands, der taz. Er rechnet damit, dass die neuseeländische Produktion weiter zunimmt, wenn der Handel liberalisiert wird. Derzeit sei die „Milchleistung“ in Neuseeland – also die Milchmenge pro Kuh – vergleichsweise niedrig. Etwa durch mehr Kraftfutter ließe sie sich schnell steigern.

Der Handel zwischen der EU und Neuseeland betrug im Jahr 2017 insgesamt knapp 9 Mrd. €. Die EU ist Neuseelands drittwichtigster Handelspartner. Mit dem Abkommen könnte der Warenhandel um fast 50 Prozent steigen, der Waren- und Dienstleistungsverkehr zusammengenommen um ein Drittel, schätzt die EU-Kommission. Sie betont, dass mit der Vereinbarung europäische Unternehmen die gleichen Ausgangsbedingungen bekommen wie Betriebe in Ländern, die bereits ein Abkommen mit Neuseeland geschlossen haben. "Wir wissen, dass wir mit Neuseeland einen Partner haben, der dieselben zentralen Werte vertritt wie wir", sagte EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström im Gespräch mit dem neuseeländischen Handelsminister David Parker bei einem gemeinsamen Treffen in Wellington.

Die Kommentare für diesen Artikel sind geschlossen.

stats